Mit Müllübersäten Pfaden, verschmutztem Wasser durch Sonnencreme und Wildtieren, die auf Abfallstoerungen reagieren: Solche Szenarien entstehen, wenn Sportler die Natur nicht respektieren. Als erfahrener Trailrunner und Umweltschutzexperte rate ich: Unabhängig davon, ob Sie Ausdauer aufbauen oder Muskeln trainieren – schützen Sie die Umwelt aktiv.
In diesem Beitrag erkläre ich, wie Athleten die bewährten "Leave No Trace Seven Principles©" umsetzen, um Bäume, Wälder und Trails unversehrt zu lassen. Basierend auf Empfehlungen des Leave No Trace Center for Outdoor Ethics (www.LNT.org).
BONUS: adidas TERREX Pro Ultramarathonläufer und Pacific Crest Trail FKT-Rekordhalter Timothy Olson teilt seine drei Top-Tipps zum Umweltschutz.
Was sind die Leave-No-Trace-Prinzipien?
Die sieben Prinzipien minimieren den menschlichen Einfluss auf Wildnisgebiete. Als Sportler tragen Sie große Verantwortung – setzen Sie sie konsequent um.
Prinzip 1: Vorausplanen und vorbereiten
Egal ob Anfänger oder Profi: Planen Sie sorgfältig für Sicherheit und Naturschutz.
- Planen Sie Routen auf markierten Wegen.
- Überprüfen Sie Wetter und packen Sie passende Ausrüstung.
- Wählen Sie Ziele Ihrem Level entsprechend – vermeiden Sie Überforderung.
- Berücksichtigen Sie Risiken wie Gewitter, Überschwemmungen oder Waldbrände.
Erinnerung: Ohne Plan planen Sie das Scheitern.
Prinzip 2: Auf strapazierfähigen Untergründen reisen und campen
Ihr Training beeinflusst die Natur – minimieren Sie Spuren.
- Halten Sie sich an Wege, wo möglich.
- Vermeiden Sie laute Geräusche, die Menschen oder Tiere stören.
- Off-Piste: Wählen Sie robuste Flächen wie Stein, Sand oder Kies. Schonende Bereiche wie feuchte Wiesen, Kryptogamische Krusten, Wüstenpfützen oder Schlamm meiden.
Prinzip 3: Abfall richtig entsorgen
Das anspruchsvollste Prinzip für Langstreckenathleten: Alles mitnehmen oder richtig lagern.
- Vergraben Sie Stuhl 60 m (ca. 70 Schritte) von Wasser, Pfaden und Camps entfernt – 20 cm tief, 15 cm Durchmesser. Decken Sie mit Erde ab. In sensiblen Zonen (z.B. Canyons) alles packen (Wag Bags empfohlen).
- Packen Sie Toilettenpapier, Feuchttücher, Tampons – verbrennen Sie nichts.
- Urinieren Sie auf strapazierfähigen Flächen.
- Nehmen Sie allen Abfall mit, inklusive Bio-Reste wie Apfelkerne.
- Abspülen fern von Gewässern – Seife, Lotionen oder Cremes verschmutzen.
Laut UNEP-Umfrage zu Bergmüll sehen Wanderer genug Abfall für mehrere Rucksackfächer.

Typische Funde nach der Umfrage:

Prinzip 4: Was Sie finden, so lassen
Genießen Sie die Wildnis – verändern Sie sie nicht.
- Kein Schnitzen, Hängen oder Fällen von Pflanzen/Bäumen.
- Nehmen Sie nichts mit: Steine, Pflanzen oder Souvenirs.
- Reinigen Sie Schuhe vor neuen Gebieten, um invasive Arten zu vermeiden.
Prinzip 5: Auswirkungen von Feuern minimieren
Feuer sind ikonisch, aber schädlich. Zünden Sie nur an ausgewiesenen Stellen (z.B. Feuerringen) an – oder verzichten Sie.
Prinzip 6: Wildtiere respektieren
Beobachten, nicht füttern oder jagen. Essen sicher lagern (besonders Bärengebiete), Nachts Wasserlöcher meiden. Die Natur ist ihr Habitat – respektieren Sie es.
Prinzip 7: Rücksicht auf andere nehmen
Seien Sie Vorbild: Gutes Benehmen für alle.
- Auf Trails: Platz machen, z.B. Bergab Vorfahrt, Walker vor Läufern weichen. Biker ankündigen.
- Musik leise oder per Kopfhörer – Umwelt wahrnehmen.
- Hunde anleinen, Kot entfernen.
Timothy Olsons Tipps als Ultramarathon-Experte
Mit diesen Prinzipien und Olsons Ratschlägen sichern Sie die Natur für zukünftige Generationen.
© 1999 Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: www.LNT.org.

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