Als erfahrener Tauchlehrer rate ich: Merken Sie sich diese eine Regel: Atmen Sie kontinuierlich und halten Sie unter Wasser niemals die Luft an.
In der Open-Water-Zertifizierung lernen Taucher, dass kontinuierliches Atmen die Grundregel des Gerätetauchens ist. Doch warum ist sie so entscheidend für Ihre Sicherheit?
Vermeidung eines Lungenbarotraumas
Im Gegensatz zu Schnorcheln oder Freitauchen atmet ein Scuba-Taucher komprimierte Luft auf Umgebungsdruck. Beim Aufstieg dehnt sich diese Luft in den Lungen aus, da der Wasserdruck abnimmt.
Wer unter Wasser den Atem anhält, verschließt quasi die Lunge. Die expandierende Luft kann nicht entweichen und reißt empfindliche Alveolen auf – jene winzigen Bläschen mit hauchdünnen Wänden. Schon eine Änderung um wenige Meter Tiefe kann zu Rissen führen. Dieses Lungenbarotrauma drückt Luft in Brusthöhle oder Blutkreislauf und ist hochgefährlich. Und nein, es ist auch ohne Aufstieg riskant – mehr dazu gleich.
Vermeidung von unkontrolliertem Auftrieb
Auftrieb hängt stark vom Lungenvolumen ab. In der Open-Water-Ausbildung testen Sie das beim Flossendrehpunkt: Ein tiefer Atemzug macht Sie leichter und lässt Sie aufsteigen. Beim Luftanhalten dehnt sich die Lunge zusätzlich aus – mit fatalen Folgen für Gewebe und Auftriebkontrolle.
Erhalt der Atemeffizienz
Selbst bei stark negativem Auftrieb ist Luftanhalten kontraproduktiv. Kohlendioxid baut sich an, löst Luftnot aus und zwingt zu hektischen Zügen. Das stört Rhythmus, erhöht Verbrauch und kann in dichterer Tiefe zu Hyperventilation führen.
Zusammenfassung: Die Kernregel für sicheres Tauchen
Nie die Luft anhalten schützt vor Verletzungen, optimiert Luftverbrauch und Auftrieb. Es verlängert keinen Tauchgang, sondern erhöht nur Risiken durch CO₂-Akkumulation und unkontrollierten Aufstieg. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig – Ihre Garantie für sichere Abenteuer.