Als erfahrener Marathonwanderer mit Jahren an der Spitze großer Events weiß ich: Ein Marathon zu Fuß ist eine enorme Herausforderung. Egal ob Anfänger oder Veteran – am Renntag lauern Fallen, die Sie mit der richtigen Vorbereitung umgehen. Folgen Sie diesen bewährten Tipps zu sieben gängigen Fehlern beim Marathonwandern, um die Ziellinie sicher und genussvoll zu erreichen.
1. Die Cutoff-Zeiten ignorieren
Nicht jeder Marathon ist für gemütliches Wandern geeignet. Prüfen Sie vor der Anmeldung alle Zeitlimits auf der Strecke und an der Ziellinie. Große Events setzen oft sechs Stunden für das Ziel und drei Stunden für den Halbmarathonpunkt. Ist das Tempo zu ambitioniert für Sie? Wählen Sie eine Veranstaltung mit lockereren Regeln. Nichts ist frustrierender, als nach sechs Stunden Training von der Strecke genommen zu werden.
2. Die Ernährung vor dem Rennen umstellen
Routine ist Trumpf bei großen Events. Essen Sie am Morgen davor genau wie vor langen Trainingseinheiten – keine Experimente. So bleibt Ihr Magen ruhig und Sie überfordern ihn nicht.
Während des Rennens gilt dasselbe: Nehmen Sie nur bewährte Gels, Riegel oder Drinks mit. Ignorieren Sie neue Angebote an Verpflegungsstationen, um Magenprobleme zu vermeiden.
3. Neue Ausrüstung am Renntag testen
Kaufen Sie neue Schuhe idealerweise zur Hälfte der Trainingszeit, um sie einzugehen. Tragen Sie aber nie ungetestete Kleidung oder Schuhe – das führt zu Blasen und Scheuern.
Testen Sie Neues stattdessen im Training. Auch beim gleichen Modell: Laufen Sie mehrere Einheiten damit, um Defekte oder Reizungen auszuschließen. Am Renntag ist keine Anpassung mehr möglich.
4. Untertrainiert antreten
Viele unterschätzen das Training, weil sie wandern, nicht laufen. Fehler! Wie bei jedem Ausdauersport brauchen Muskeln und Gelenke Aufbau. Länger zu gehen als trainiert, endet in Schmerzen oder Abbruch.
Folgen Sie einem strukturierten Wanderprogramm: 4–5 Tage pro Woche ca. eine Stunde, plus Langstreckentag. Bauen Sie diesen schrittweise auf 4–5 Stunden hoch – passend zu Ihrer Zieleinschätzung.
5. Die Geh-Technik vernachlässigen
Effizientes Wandern erfordert perfekte Form, um Energie zu sparen. Häufig schleichen sich kurze Schritte, schwache Armarbeit oder übertriebenes Zurücklehnen ein – besonders unter Druck.
Üben Sie im Training: Kurze, schnelle Schritte zum Schutz von Hüften und Knien; Arme bei 90° winkeln und schwingen; leicht nach vorn lehnen, um den Core zu aktivieren. Diese Basics erleichtern die Distanz enorm.
6. Zu schnell starten
In Läuferfeldern werden Wanderer leicht mitgerissen. Ein zu hohes Starttempo rächt sich: Bis zur Hälfte sind Sie erschöpft, verfehlen Cutoffs oder brechen ein.
Nutzen Sie ein Pacing-Gerät, halten Sie Herzfrequenz und Kilometerpace ein. Besser etwas langsamer beginnen – Sie holen später auf, wenn andere ermüden, und bleiben frisch bis ins Ziel.
7. Keine Maßnahmen gegen Scheuern und Blasen
Reibung ist beim Marathonwandern normal und schmerzhaft. Bei Scheuern: Anti-Reibung-Balsam an kritischen Stellen auftragen. Gegen Blasen: Feuchtigkeitsableitende Socken und Trockenmittel wie Maisstärke für die Füße verwenden.