Suchen Sie eine einfache Lösung zum Abnehmen? Sie sind nicht allein: Etwa 50 % der Diätenden in den USA testen Trends, die schnellen Gewichtsverlust versprechen. Könnte Apfelessig das gesuchte Elixier sein?
Die registrierte Ernährungsberaterin Beth Czerwony, RD, klärt auf.
Hilft Apfelessig beim Abnehmen?
"Wahrscheinlich nicht", sagt Czerwony. "Die Studien am Menschen haben Apfelessig immer in Kombination mit einer kalorienarmen Ernährung untersucht. Es ist unklar, ob der geringe Gewichtsverlust auf die Kalorienreduktion, den Apfelessig oder beides zurückzuführen ist."
In Tierversuchen führte Apfelessig nicht zu Gewichtsverlust.
Welche gesundheitlichen Vorteile hat Apfelessig?
Apfelessig enthält Essigsäure. In einer Studie nahmen Teilnehmer 1 bis 2 Unzen (ca. 30–60 ml) morgens über 12 Wochen ein. Die Forscher vermuteten, dass die Essigsäure:
- mehr Fettverbrennung anregen könnte.
- appetitanregende Hormone beeinflussen könnte.
Leider zeigten sich keine metabolischen Effekte. "Die Essigsäure sorgt einfach dafür, dass man weniger essen möchte, weil sie übel schmeckt", erklärt Czerwony. "Zudem kann ein Placebo-Effekt wirken: Man glaubt daran und trifft unbewusst bessere Ernährungsentscheidungen."
Positive Aspekte gibt es dennoch: Andere Studien deuten auf eine Senkung von Blutzucker und Triglyceriden (Blutfetten) hin.
Ist Apfelessig zur Gewichtsreduktion sicher?
Czerwonys größte Bedenken gelten der Essigsäure, die den Zahnschmelz angreifen kann. Sie rät: Mischen Sie Apfelessig in ein Getränk. Viele Patienten ergänzen Honig und Ingwer zu einer Detox-Mischung oder wählen Gummibonbons.
"Kurzfristig als Detox ist es in Ordnung", sagt Czerwony. "Es kann motivieren, Fette, Zucker und Fast Food zu reduzieren – und schadet nicht."
Ist die Essig-Diät kein Wundermittel?
"Unser Körper ist darauf nicht programmiert, Gewicht freiwillig abzugeben. Er signalisiert bei Abnahme: ‚Hungersnot!‘", erklärt Czerwony. "Chemische Signale steigern Hunger und Verlangen – ein biologischer Sabotageakt. Ein echtes Wundermittel wird es daher nie geben."
Was tun? Czerwony empfiehlt bewährte Strategien:
- Keine Mahlzeiten auslassen: Essen Sie drei große oder mehrere kleine Portionen über den Tag. Auslassen führt zu Heißhunger.
- Protokollieren: Tracken Sie Ihre Kalorien mit einer App. "Sehen Sie, wofür Sie Kalorien ausgeben – mehr Protein oder weniger Kohlenhydrate? Was Sie nicht messen, können Sie nicht managen", rät Czerwony.
- Gut schlafen: Schlafmangel erhöht Ghrelin (Hungerhormon) und fördert ungesunde Cravings.
- Bewegen: 150–250 Minuten Ausdauertraining pro Woche. Ergänzen Sie Krafttraining: Muskeln verbrennen mehr Kalorien und sind dichter als Fett. "Waage stagniert? Das kann Muskelaufbau bedeuten!"