"Lebe ein bisschen!" "Ein Salat? Das macht keinen Spaß." "Pommes für den Tisch!" Wenn Sie mit verlockend ungesunden Speisen konfrontiert werden, erschwert Gruppenzwang das Festhalten an Ihrer gesunden Ernährung.
"Meistens setzen die Leute Sie aus Zuneigung unter Druck – sie wollen, dass Sie ihr Essen und die damit verbundenen Gefühle teilen", erklärt die Psychologin Susan Albers, PsyD. "Deshalb fällt es so schwer, Gruppenzwang abzulehnen."
Aber es ist machbar. Ob Sie gesündere Wahl treffen oder einfach Ihren eigenen Rhythmus gehen wollen: Voraussicht ist der Schlüssel.
Wussten Sie? Familie und Freunde prägen Ihre Essenswahl
Genau wie die Grippe ist Essen ansteckend.
"Wir essen wie andere, um dazuzugehören und der Norm zu entsprechen. Wir wollen wie die Menschen sein, mit denen wir Zeit verbringen", sagt Dr. Albers.
Das bedeutet: Hängen Sie mit Vielessern ab, essen Sie eher zu viel, um mitzumachen. Umgekehrt geben Sie Kuchen leichter weiter, wenn Freunde es tun.
"Mit wem Sie essen, beeinflusst stark, was und wie viel Sie bestellen", betont sie. "Achtsamkeit gegenüber sich selbst und Ihren Gewohnheiten hilft, dem nicht zu folgen, was alle tun."
Schließen Sie sich der Achtsamkeitsbewegung an
"Achtsames Essen ist das Gegenteil von Gruppenzwang", sagt Dr. Albers. "Es basiert auf internen statt externen sozialen Signalen."
Als achtsamer Esser setzen Sie vorab Absichten und genießen Bissen für Bissen. Bleiben Sie präsent, spüren Sie Geschmack und Gefühle. So fühlen Sie sich zufriedener und kontrollierter.
So geht's:
- Entscheiden Sie im Voraus, wie viel Sie essen. Achten Sie auf Hunger- und Sättigungsgefühl.
- Halten Sie sich daran – entschuldigen oder erklären Sie nichts.
- Fokussieren Sie sich auf Geruch, Geschmack, Klang (knusprig?), Aussehen und Gefühl im Mund oder in der Hand.
"Selbst bei Achtsamkeit vermeiden Sie unbewusstes Mitmachen. Essen Sie langsamer als andere und kauen Sie bedächtig. Wenn Sie wissen, was Sie brauchen, macht das den Unterschied", rät Dr. Albers.
Übung macht den Meister
Fällt Ablehnen schwer? Üben Sie! Sagen Sie "Nein danke" und "Ich bin satt" vor dem Spiegel oder unter der Dusche, bis es selbstsicher klingt.
"Wenn Sie zögern, ist es leicht, Sie zu überreden", warnt Dr. Albers. "Selbstbewusstes Nein lässt andere zurückweichen."
Dann live testen: Bitten Sie Familie oder Freunde um Feedback. Je öfter Sie zu Ungesundem nein sagen, desto leichter fällt es.
Seien Sie der Vorreiter
Schauen Sie vorab die Speisekarte an und wählen Sie aus. Bestellen Sie als Erster beim Mädels- oder Männerabend.
"Der Erste gibt oft den Ton an", erklärt Dr. Albers. "So entscheiden Sie allein, nicht andere."