Haben Sie eine bariatrische Operation hinter sich? Eine der größten Ängste vieler Patienten ist die Rückkehr der überflüssigen Kilos. Leider ist eine Gewichtszunahme nach 12 bis 18 Monaten keine Seltenheit und kann verschiedene Ursachen haben.
„Manchmal passt das Verfahren nicht optimal“, erklärt Lilian Craggs, DHA, RDN, LDN, bariatrische Ernährungsberaterin und Koordinatorin einer Selbsthilfegruppe. „Bei einem Magenbypass kann z. B. eine Fistel entstehen, die Nahrung in den größeren Magen gelangen lässt. Oder der Magenbeutel dehnt sich aus.“ Solche Fälle sind jedoch Ausnahmen. „Meistens liegt es an Ernährungsfehlern“, betont Dr. Craggs.
Warum das Gewicht nach einer Adipositas-OP wieder zunimmt
Im ersten Jahr nach der Operation halten die meisten Patienten strikt Diät und Bewegung durch. Sie achten auf Portionen von 3 bis 6 Unzen (ca. 85–170 g) und nehmen Reste vom Restaurant mit nach Hause. Sobald der Körper mehr Lebensmittel verträgt, essen viele jedoch größer und bewegen sich weniger. Der Gewichtsverlust stockt auf einem Plateau – und kehrt sich dann um.
„Bei höherem Gewicht steigt der Kalorienbedarf“, erläutert Dr. Craggs. „Nach der OP sinkt der Stoffwechsel mit dem Gewichtsverlust, der Kalorienumsatz nimmt ab. Bei 68 kg können Sie nicht so viel essen wie bei 136 kg, sonst nehmen Sie zu.“
Die häufigsten Gründe für Gewichtszunahme sind problematische Essgewohnheiten. Studien zeigen, dass fünf Verhaltensweisen besonders Gewichtszunahme begünstigen:
- Binge-Eating (Heißhungerattacken).
- Essen trotz Sättigung.
- Ganzen Tag durchgehend essen (Grazen).
- Außer Kontrolle geratenes Essen.
- Fast Food.
So verhindern Sie Gewichtszunahme nach bariatrischer Chirurgie
Gewichtszunahme ist üblich, aber vermeidbar. Hier sind 8 bewährte Tipps von Experten, um Ihren Erfolg zu sichern:
- Erkennen Sie: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die den Körper auf Gewichtszunahme programmiert. Ein erfahrenes bariatrisches Team ist Ihr Partner für langfristigen Erfolg.
- Schämen Sie sich nicht bei früher Zunahme – kontaktieren Sie Ihr Team. „Sie wollen Ihren Erfolg“, sagt bariatrischer Chirurg Dr. Raul Rosenthal. „Neue FDA-zugelassene Medikamente oder Coaching können helfen.“
- Planen Sie regelmäßige Termine mit Ihrem Team, um auf Kurs zu bleiben.
- Halten Sie sich strikt an den Ernährungsplan für ausgewogene Nährstoffe und Muskelerhalt. „Regelmäßige kleine Mahlzeiten sind das Ziel“, rät Dr. Craggs.
- Vermeiden Sie Naschen oder Grasen – es verhindert Sättigung und führt zu Kalorienüberschuss.
- Bei Schwierigkeiten mit Lebensstiländerungen: Schließen Sie sich einer bariatrischen Selbsthilfegruppe an.
- Für persönliche Unterstützung: Lassen Sie sich mit Erfolgs-Patienten verbinden.
- Bei Zunahme: Erinnere Sie sich an Ihren ursprünglichen Grund für die OP und starten Sie neu. „Heb dich auf, staub dich ab und fang von vorn an“, empfiehlt Dr. Craggs.
Bariatrische Chirurgie: Werkzeug, kein Wundermittel
Adipositaschirurgie allein löst Fettleibigkeit nicht dauerhaft. Sie ist ein mächtiges Werkzeug – doch Ernährung und Bewegung müssen folgen, um schlank zu bleiben.
„Kein Zauberstab“, warnt Dr. Craggs. „Ohne gesunde Ernährung, Protokoll-Treue und Aktivität kehren Krankheit und Begleiterkrankungen zurück.“
Gesundheitsrisiken bei Gewichtszunahme
Bariatrische Eingriffe ermöglichen schnellen, massiven Abnehmerfolg: Diabetes, Hypertonie, Hypercholesterinämie, Schlafapnoe und mehr verschwinden oft – Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und vorzeitigen Tod sinken.
In gewisser Weise dreht die OP die biologische Uhr zurück. „Nachteilige Herzveränderungen kehren sich um“, erklärt Dr. Rosenthal. „Das reduziert Arrhythmie- und Infarktrisiken dramatisch.“
Steigt das Gewicht, wachsen auch diese Risiken wieder.
Wie viel Gewicht halten für Erfolg?
Risiken korrelieren mit Zunahmemenge. Erfolg: 50 % des Gewichtsverlusts nach 5 Jahren halten. „Selten gewinnen Patienten alles zurück“, sagt Dr. Rosenthal.
Trotz überlegener Wirksamkeit: Verfahren entwickeln sich weiter, Standardisierung fehlt. Manche wählen das falsche Verfahren.
Dieser Artikel wurde von ClevelandClinic Heart Advisor übernommen.