Ihre Kleidung zwickt und Sie fühlen sich unwohl? Der Wunsch nach Veränderung ist da.
Doch was ist die beste Strategie, um Gewicht zu verlieren und langfristig in Form zu bleiben?
"Abnehmen an sich ist oft nicht das Problem. Die Herausforderung liegt darin, das erreichte Gewicht dauerhaft zu halten", erklärt Endokrinologe Dr. Bartolome Burguera.
Adipositas ist eine wachsende gesundheitliche Herausforderung, und bestehende Behandlungen sind oft nicht ausreichend wirksam.
"Ein Grund dafür ist, dass wir kurzfristige Lösungen wie Diäten für eine chronische Erkrankung einsetzen", so Dr. Burguera. "Es ist entscheidend, Adipositas mit einem langfristigen Plan anzugehen."
Ist mangelnde Willenskraft das Problem?
Dr. Burguera betont, dass das Scheitern von Adipositas-Behandlungen nicht an mangelnder Willenskraft liegt. Komplexe Körpermechanismen beeinflussen unseren Appetit.
"Eine erfolgreiche Adipositas-Behandlung umfasst Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement", fügt er hinzu. "Oftmals sind auch von der FDA zugelassene Appetitzügler notwendig."
Keto-Diät zum Abnehmen?
Die ketogene Diät kann in Kombination mit einer umfassenden Lebensstiländerung kurzfristig zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führen.
Durch die Ketose, bei der der Körper Fettreserven anstelle von Zucker verbrennt, wird das Hungergefühl reduziert.
Eine Keto-Diät kann in folgenden Fällen in Betracht gezogen werden:
- Body-Mass-Index von 30 oder höher
- Gewichtsbedingte Gesundheitsprobleme
- Erfolglose andere Gewichtsreduktionsmaßnahmen
Bei Typ-2-Diabetes können sehr kalorienarme Ernährungspläne auch die Blutzuckerwerte und Insulinsensitivität verbessern.
Allerdings ist die Keto-Diät keine langfristige Lösung. "Die Aufrechterhaltung der Ketose ist schwierig, da eine starke Kalorienrestriktion sowie der Verzicht auf Zucker und Alkohol erforderlich sind", erklärt Dr. Burguera.
Zudem wandelt der Körper überschüssige Kalorien – sogar aus Protein – in Glukose um, was die Ketose beenden und das Hungergefühl verstärken kann.
Proteinreiche oder Fastendiäten?
Auch proteinreiche Diäten unter ärztlicher Aufsicht können zu schnellem Gewichtsverlust führen. Dieser ist jedoch nicht dauerhaft, wenn nicht gleichzeitig die körperliche Aktivität gesteigert oder Medikamente gegen Adipositas eingenommen werden.
Studien deuten darauf hin, dass intermittierendes Fasten beim Abnehmen helfen kann. "Es scheint, dass Menschen weniger Kalorien zu sich nehmen, und erhöhte Wachstumshormon- sowie niedrigere Insulinspiegel können den Fettabbau beschleunigen", so Dr. Burguera.
Der Grundumsatz – der Energieverbrauch des Körpers im Ruhezustand – kann leicht ansteigen, was zu einer erhöhten Kalorienverbrennung führt.
Intermittierendes Fasten kann auch die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes reduzieren. Allerdings sind weitere wissenschaftliche Beweise erforderlich, um die langfristigen Vorteile vollständig zu belegen.
Der langfristige Gewichtsabnahmeplan
Sie sind bereit für eine langfristige Lebensstiländerung? Dr. Burguera empfiehlt folgende Strategien:
- Keto-Diät für zwei bis drei Monate, gefolgt von einer mediterranen Ernährung.
- Langsam essen und hauptsächlich Wasser trinken.
- Körperliche Aktivität steigern.
- Sechs bis sieben Stunden Schlaf pro Nacht.
- Stressmanagement und Hilfe bei Depressionen suchen.
- Ernährungsberater und/oder Psychologen konsultieren.
- Bei unkontrolliertem Appetit Medikamente zur Gewichtsabnahme in Betracht ziehen.
- Selbsthilfegruppen und gemeinsame Arzttermine nutzen.
Gemeinsame Arzttermine
"Viele Menschen empfinden die Teilnahme an gemeinsamen Arztterminen als sehr hilfreich beim Abnehmen", sagt Dr. Burguera.
Diese Gruppenbesuche konzentrieren sich auf die Adipositas selbst und nicht auf die Folgeerkrankungen. Neben Aufklärung und individueller Betreuung profitieren die Teilnehmer von der Unterstützung anderer Betroffener.
Wenn Sie sich also im Spiegel wieder wohlfühlen möchten, sollten Sie einen langfristigen Ansatz zur Gewichtsabnahme in Betracht ziehen. Sie werden es nicht bereuen!