Von der Ernährungsberaterin für funktionelle Medizin Katherine Wohl, RD, LD
Nach ausgiebigen Ferien oder Urlauben fühlen wir uns oft aufgebläht und greifen zu drastischen Maßnahmen wie einer Saftkur, um das auszugleichen. In meiner Praxis als Ernährungsberaterin begegne ich diesem Irrtum regelmäßig.
Saftkuren sehen vor, auf feste Nahrung zu verzichten und stattdessen nur frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse für Tage bis Wochen zu trinken. Die Idee: Der Körper entgiftet sich, die Verdauung wird entlastet und der Gewichtsverlust beschleunigt.
Ist frisch gepresster Saft nicht nahrhaft?
Obst und Gemüse stecken voller wertvoller Phytonährstoffe, und Säfte liefern diese auch. Allerdings sind sie oft zuckerreich. Selbst natürlicher Zucker in hohen Mengen belastet den Stoffwechsel und wird leicht als Fett eingelagert.
Ballaststoffarme Säfte ohne Protein und Fett lassen den Blutzucker rasch ansteigen und abstürzen – mit Energieeinbrüchen, Heißhungerattacken, Überessen und letztlich Gewichtszunahme. Der Körper braucht Protein, Fette und Ballaststoffe für optimale Funktion.
Besser: Integrieren Sie phytonährstoffreiches Obst und Gemüse in nährstoffreiche Suppen oder Smoothies mit Protein, Fetten und Ballaststoffen.
Sollten Sie Saft komplett meiden?
Nicht nötig. Ein gelegentlicher frischer Saft als Phytonährstoff-Boost in einer ausgewogenen Ernährung ist in Ordnung – vor allem gemüsereich mit wenig Obst, um Zucker niedrig zu halten.
Für nachhaltigen Gewichtsverlust: Setzen Sie auf hochwertige Vollwertkost, meiden Sie verarbeitete Produkte und Zucker. Die Balance aus Protein, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten stabilisiert den Blutzucker, drosselt Heißhunger und reguliert Hungerhormone.
Sie erzielen bleibenden Gewichtsverlust und fühlen sich rundum wohler!