DeuAq.com >> Leben >  >> Sport

Regelmäßiger Sport schützt das Herz bei Angst und Depression besonders stark – Studie mit 50.000 Patienten

Der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Herzgesundheit ist gut bekannt: Regelmäßige Bewegung stärkt das Herz und senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine aktuelle Studie, präsentiert auf der 71. Annual Scientific Session des American College of Cardiology, ergänzt dies um wichtige Nuancen. Besonders Menschen mit Angstzuständen oder Depressionen profitieren: Regelmäßige Bewegung führt bei ihnen zu einer noch besseren kardiovaskulären Gesundheit.

„Körperliche Aktivität ist ein bewährtes Mittel zur Senkung des kardiovaskulären Risikos und wird zudem als effektiver Stressabbau empfohlen“, erklärt Hadil Zureigat, M.D., Hauptautorin der Studie und postdoktorale klinische Forschungsstipendiatin am Massachusetts General Hospital. „Wir alle kennen das Wohlgefühl nach einem Spaziergang oder Joggen.“

Die Forschenden stellten daher die Frage: Ist dieser Effekt bei Menschen mit erhöhter stressbedingter Gehirnaktivität – also bei Betroffenen mit Angst oder Depression – besonders ausgeprägt?

Zureigat und ihr Team analysierten die Daten von über 50.000 Patienten aus der Massachusetts General Brigham Biobank. Etwa 8 % (4.000) hatten bereits ein schweres kardiovaskuläres Ereignis wie einen Herzinfarkt oder angina pectoris durch verstopfte Arterien erlebt.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse: Wer die empfohlene wöchentliche Bewegungsmenge einhält, hat ein 17 % geringeres Risiko für solche Ereignisse. Bei Personen ohne psychische Symptome betrug die Risikominderung 10 %. Bei denen mit Angstzuständen und/oder Depressionen lag sie bei beeindruckenden 22 %.

Nach den 2019er-Richtlinien des American College of Cardiology und der American Heart Association sollten Erwachsene wöchentlich mindestens 150 Minuten moderat intensive oder 75 Minuten intensive Aktivität absolvieren. Dazu zählen zügiges Gehen, Rasenmähen oder gründliches Hausputzen (moderat); Wandern, Joggen oder Basketball (intensiv).

Die Studie beleuchtet auch den Mechanismus: Basierend auf Neurowissenschaften aktiviert Bewegung Gehirnregionen, die beim Stressmanagement helfen. Frühere Arbeiten der Forschenden hatten gezeigt, dass mehr Bewegung die stressbedingte neuronale Aktivität verringert. Solche gehirnbedingten Veränderungen erklären rund 7 % des kardiovaskulären Nutzens von Sport, so Zureigat.

„Stress schadet der Gesundheit, insbesondere der Herzgesundheit massiv“, betont sie. „Je aktiver diese Stressregionen im Gehirn, desto höher das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.“

Herzkrankheiten sind die häufigste Todesursache in den USA. Angesichts steigender psychischer Belastungen und Barrieren in der Versorgung unterstreicht diese Studie den engen Link zwischen Herz- und psychischer Gesundheit – und propagiert Bewegung als Lösung. Selbst unter der 150/75-Minuten-Marke gilt: Etwas Aktivität ist besser als nichts. Das US-Gesundheitsministerium betont: Weniger Sitzen und moderate bis intensive Betätigung bringen Vorteile.

Ein Haken: Gerade Betroffene mit Angst oder Depression haben oft Schwierigkeiten, regelmäßig aktiv zu werden. „Der Einstieg in die Bewegung ist herausfordernd, psychische Belastungen erschweren es zusätzlich“, sagt Zureigat. Dennoch profitieren sie doppelt: Linderung der Symptome und stärkere Herzschutz.