Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Sie unbewusst mit den Füßen klopfen – selbst wenn Sie behaupten, zwei linke Füße und kein Rhythmusgefühl zu haben? Ihre Füße bewegen sich zu Beats, die Ihnen gefallen. Tanz und Bewegung spielen eine entscheidende Rolle für Ihr emotionales und mentales Wohlbefinden. Immer mehr Menschen greifen zur Tanz- und Bewegungstherapie, um Stress abzubauen und sich wohler zu fühlen. Die Studentin Megha Talukdar nahm an einer kürzlich abgeschlossenen Tanztherapiesitzung teil. Für sie war es die ideale Gelegenheit zur Selbsterforschung durch Bewegung. „Die Pandemie war für mich eine Zeit geistiger und körperlicher Stagnation und des Chaos. Die Tanztherapie schuf den perfekten Raum, um Unsicherheit und Angst loszulassen und durch Bewegung einen Zustand der Ruhe zu erreichen“, beschreibt sie.
Ausdruck durch Tanz und Bewegung
„Dance Movement Therapy (DMT) ist eine psychotherapeutische Methode, die Menschen hilft, Gedanken und Gefühle durch Tanz und Bewegung auszudrücken. 75 % der Kommunikation erfolgt über Körper und Bewegung – die Ursprache, mit der wir geboren werden und die uns heilt. Tanzen ist die natürlichste Form von Antidepressivum“, erklärt DMT-Spezialistin Tripura Kashyap. Sie berichtet, dass Ärzte, Pflegekräfte, Betreuer, Trauernde nach COVID-Verlusten sowie Infizierte selbst an Sitzungen teilgenommen haben.
Ein sicherer Raum zum Ablassen
Tanztherapeutin Janhavii Pathak betont: „Viele sehen in diesen Sitzungen einen sicheren Raum, besonders während der Pandemie. Menschen kommen mit aufgestauten Emotionen herein, und nicht jeder fühlt sich wohl, diese auszudrücken – es sei denn, sie vertrauen der Umgebung. Hier wird niemand nach Identität oder Gefühlen beurteilt.“ Megha ergänzt: „Es ist ein nicht-wertender Raum für Reflexion und emotionale Katharsis.“ Veranstaltungskuratorin Ekta Singh fügt hinzu: „Nach den Sitzungen fühlen sich viele energiegeladen. Bei geschlossenen Pubs und Partys helfen sie, online mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.“
Online-DMT-Sitzungen als Segen
„Unser Körper ist nicht zum Sitzen gemacht – wir müssen springen und laufen. Bei langen Arbeitszeiten ist das jedoch leichter gesagt als getan. DMT-Sitzungen verankern die Werte von Bewegung im Alltag. Durch Online-Formate konnten wir Menschen weltweit verbinden“, sagt Janhavii.
Sitzungen, die auf Lockdowns abgestimmt sind
Tripura Kashyap erklärt: „Menschen saßen in engen Räumen fest. Unsere Programme holen sie aus dem Stuhl, lassen sie den Raum erkunden und lehren, im Begrenzten zu leben. So lernen sie, den unmittelbaren Umfeldwert zu schätzen und dankbar zu sein. Der Raum fühlt sich weniger wie ein Gefängnis, mehr wie ein Zuhause an.“
Die Struktur einer Tanztherapiesitzung
Eine typische Sitzung umfasst fünf Teile:
1) Mündliches Einchecken: Die Gruppe teilt ihr aktuelles Befinden.
2) Aufwärmphase: Der Körper wird auf die Übungen vorbereitet.
3) Themenentwicklung: Der Therapeut wählt ein Thema (z. B. Trauer, Vertrauen, Verlust) und baut Bewegungsaktivitäten darum auf.
4) Abkühlphase.
5) Verbale Reflexion: Teilnehmer teilen ihre Erfahrungen und was sie durchmachen.