Wir alle erkennen auf den ersten Blick, ob jemand eine gute oder schlechte Körperhaltung hat – etwa jemanden, der sich auf dem Stuhl zusammenkrümmt oder vornübergebeugt läuft. Doch wissen Sie, wie sich eine optimale Haltung anfühlt? Bei uns selbst? Das ist der Schlüssel, denn wir blicken nicht von außen auf uns. Viele haben absolut keine Ahnung von ihrer schlechten Haltung, weil sie sich einfach zu vertraut anfühlt.
Wenn Sie häufig unter Muskelschmerzen leiden, lohnt es sich, Ihre Körperhaltung zu überprüfen und zu verbessern – damit gute Haltung Ihre neue Normalität wird. Sie signalisiert Selbstvertrauen, Gelassenheit und Stärke und lässt vor allem den Körper reibungslos funktionieren. Als Experten für Bewegungsanalyse wissen wir: Die richtige Ausrichtung ist Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Vorteile einer guten Körperhaltung
- Hält Knochen und Gelenke in Ausrichtung und sorgt für optimale Muskelaktivierung
- Verringert Gelenkverschleiß und damit verbundene Beschwerden wie Arthritis
- Reduziert die Belastung der Wirbelsäule
- Verhindert Fixierung der Wirbelsäule in abnormalen Positionen
- Beugt Rückenschmerzen und anderen Muskelschmerzen vor
- Vermeidet Ermüdung durch effiziente Muskelarbeit
- Sieht zudem einfach gut aus!
Gute Haltung im Stehen
Um Ihre Haltung realistisch zu bewerten, machen Sie Fotos von sich (von vorne, der Seite und hinten) und vergleichen Sie sie mit dem Idealbild unten. Tragen Sie enge Kleidung, um Abweichungen klar zu erkennen.
Bei korrekter Stehhaltung stapeln sich die Gelenke übereinander, die Wirbelsäule bleibt neutral. Ohren, Schultern, Hüften und Knöchel liegen auf einer Linie: Alles im Check?
4 häufige Haltungsstörungen
1. Hüften nach vorne geschoben
Das deutet auf überaktive hintere Kette (Gesäß, hintere Oberschenkel, unterer Rücken) und schwache Hüftbeuger sowie untere Bauchmuskeln hin.
Dehnübungen: Knieende Hüftbeugerdehnung, liegende Figure-4-Dehnung, Foam-Rolling der Hamstrings
Kräftigungsübungen: Beinheben, Scherentritte
2. Lower-Crossed-Syndrom (übermäßige Lordose im Lendenbereich)
Zeichen für überaktive Hüftbeuger und unteren Rücken sowie schwache Gesäß- und Bauchmuskeln. Oft durch langes Tragen hoher Absätze bedingt.
Dehnübungen: Knieende Hüftbeugerdehnung, stehende Quadrizepsdehnung, Foam-Rolling der Quads
Kräftigungsübungen: Brücken, einbeinige Brücken, Sit-ups
3. Abgerundete Schultern (rund vor den Ohren)
Verursacht durch überaktive Brustmuskeln und schwache Rückenmuskeln, besonders um die Schulterblätter.
Dehnübungen: Brustdehnung an der Wand, Vorwärtshang (oder Variante für vordere Schultern)
Kräftigungsübungen: Sitzendes Kabelrudern, Reverse Flys mit Band, hinterer Deltazug
4. Upper-Crossed-Syndrom („buckliger“ Oberkörper)
Ähnlich wie Nr. 3, aber mit überaktiven Nackenmuskeln und schwachen tiefen Nackenmuskeln.
Dehnübungen: Brustdehnung an der Wand, Vorwärtshang (für vordere Schultern), Kinn-zur-Brust-Dehnung, Foam-Rolling Nacken
Kräftigungsübungen: Sitzendes Kabelrudern, Reverse Flys mit Band, hinterer Deltazug
Das sind nur gängige Beispiele. Ein Physiotherapeut oder Chiropraktiker kann Ihre individuellen Störungen gezielt analysieren und korrigieren.
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