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Rückwärtsgehen stärkt das Gedächtnis: Neue Studie der Uni Roehampton belegt es

Es gibt einen guten Grund, warum Tourguides an Universitäten oft rückwärts gehen und dabei beeindruckende Statistiken ihrer Alma Mater aus dem Effeff können: Frische Forschungsergebnisse zeigen, dass Rückwärtsbewegungen das Gedächtnis merklich verbessern. Nächstes Mal, wenn Sie Ihre verlorenen Schlüssel suchen, probieren Sie es aus – gehen Sie rückwärts oder stellen Sie es sich einfach vor.

Ein Überblick über die Wissenschaft dahinter und warum Imagination genauso wirksam sein kann wie tatsächliche Bewegung:

Die Wissenschaft

In einer aktuellen Studie der Universität Roehampton in London mussten Teilnehmer Details zu einem simulierten Verbrechen, einer Wortliste oder Bildern erinnern, die sie zuvor studiert hatten. Wer rückwärts ging, ein Video eines rückwärtsfahrenden Zuges sah oder sich dies vorstellte, erinnerte sich deutlich besser als Teilnehmer, die still saßen oder vorwärtsbewegte Aktivitäten machten.

Der positive Effekt hielt etwa 10 Minuten an und wirkte sich auf alle Gedächtnistypen aus: episodisches Gedächtnis (beobachtete Ereignisse), semantisches Gedächtnis (Wortlisten) und visuelles Gedächtnis (Bilder).

Faktoren im Spiel

„Die Verbesserung resultiert wahrscheinlich aus einer Kombination aus Raum-Zeit-Schemata und Bewegungsmustern, die das Gehirn auf eine ‚Zeitreise‘ vorbereiten“, erklärt Studienleiter Aleksandar Aksentijevic, PhD, Lektor für Psychologie an der Universität Roehampton in London.

Stellen oder Betrachten einer Rückwärtsbewegung ist genauso effektiv wie tatsächliches Rückwärtsgehen – ohne das Risiko, über Möbel zu stolpern. „Das ist sicherer“, betont Aksentijevic. Und es spart Zeit, im Gegensatz zu komischen Rückspul-Effekten auf dem Bildschirm.

Zukünftige Forschung

Das Team untersucht nun, ob Rückwärtsbewegungen Älteren helfen, Gedächtnislücken vorzubeugen, und Jüngeren, geistig fit zu bleiben. Erste Experimente deuten auf Unterschiede zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis hin. „Die historische Zeitachse interagiert mit der Bewegungsrichtung“, sagt Aksentijevic. „Wir plant detailliertere Analysen.“

Das Fazit

Es ist noch früh für definitive Empfehlungen, doch ein Selbsttest lohnt sich. „Probiere es aus, wo es sicher ist – oder visualisiere es mental“, rät Aksentijevic.