F: Ich habe viel über Kryotherapie gehört. Kann mir das helfen, mich nach dem Training zu erholen?
Als Sportphysiologe mit jahrelanger Erfahrung im Leistungssport kann ich sagen: Wenn es nur darum geht, Schmerzen kurzfristig zu lindern, könnte Kryotherapie helfen. Für echte Muskelentwicklung und Stärke ist sie jedoch oft kontraproduktiv.
Neueste Studien zeigen, dass Kälteanwendungen – sei es mit Eisbeuteln oder in Kryokammern bei Temperaturen unter -129 °C – die Regeneration nach dem Training verzögern können.
Das mag verwirrend wirken, da Vereisung jahrzehntelang der Goldstandard in der Sportmedizin war. Selbst der Erfinder der RICE-Methode (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagern) hat sich davon distanziert.
Warum? Kälte unterdrückt die natürliche Heilungsreaktion des Körpers. Muskelkater entsteht durch Mikrorisse in den Muskelfasern nach intensiver Belastung. Der Körper reagiert mit erhöhtem Blutfluss, Entzündungen und Reparaturprozessen – das macht Sie langfristig stärker.
Kryotherapie verengt die Blutgefäße, leitet Blut zum Körperkern um und bremst diesen vitalen Stoffwechselprozess. Schwellungen und Schmerzen nehmen kurzfristig ab, aber der Muskelaufbau leidet darunter. Ideal ist das daher nicht in Aufbauphasen.
Das heißt nicht, Eis komplett zu verbannen: Für schnelle Symptomlinderung eignet es sich. Wählen Sie je nach Ziel – und ergänzen Sie mit entzündungshemmender Ernährung oder anderen bewährten Methoden.
Ganzkörper-Kryokammern sind trendy bei Profis und Stars, bieten aber ähnliche Effekte wie günstige Eisbäder – ab 50 $ pro Session.
– Sportphysiologe Zach Carter, CSCS