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Zügiger Spaziergang senkt Sterberisiko um 24 %: Studie aus dem British Journal of Sports Medicine

Ob Sie mit dem Hund Gassi gehen, 30 Minuten auf dem Laufband laufen oder Runden auf der Laufbahn drehen – ist Ihr Tempo zügig genug, um Ihre Gesundheit nachweislich zu verbessern? Eine Studie im British Journal of Sports Medicine definiert zügiges Gehen als 100 Schritte pro Minute (ca. 4,3 km/h) und belegt: Dieses Tempo geht mit einem deutlich geringeren Sterblichkeitsrisiko einher.

Die Forschung im Detail

Die Autoren der Studie betonen, dass viele Menschen das Ziel von 10.000 Schritten pro Tag verfehlen – oft wegen Zeitmangels. Ihr Fazit: „Angesichts der wahrgenommenen Zeitbarriere, die von denjenigen angegeben wird, die die aktuellen Richtlinien nicht erfüllen, ist eine Tempoänderung möglicherweise praktikabler (für Personen mit ausreichender körperlicher Leistungsfähigkeit) als eine Erhöhung des Volumens oder der Dauer.“

Die Wissenschaftler analysierten 11 Studien aus den Jahren 1994 bis 2008 zu langsamen, durchschnittlichen und zügigen Gehgeschwindigkeiten im Vergleich zum Todesrisiko. Ergebnis: Zügige Geher hatten ein 24 % geringeres Risiko, bei durchschnittlichem Tempo lagen 20 % weniger Todesfälle (alle Ursachen). Die Risikominderung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen war bei beiden Gruppen vergleichbar.

Was zählt als „zügig“?

Grace Lordan, PhD, außerordentliche Professorin für Verhaltenswissenschaften an der London School of Economics und Expertin für die Vorteile zügigen Gehens, betont: „Zügig“ ist subjektiv. Jeder sollte seine eigene Definition finden, indem er auf seinen Körper hört. Ideal: Ein Tempo, in dem Sie sprechen, aber nicht singen können.

Warum Intensität entscheidend ist

Eine 2017 im Circulation veröffentlichte Studie unterstreicht: Intensität zählt bei jeder Bewegung. Frauen mit mäßiger bis intensiver Aktivität wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen hatten ein 70 % niedrigeres Sterberisiko als Sitzende. Leichte Aktivitäten wie Hausarbeit oder Schaufensterbummel zeigten keinen Effekt.

Co-Autorin Dr. I-Min Lee, ScD, Professorin für Medizin an der Harvard Medical School, erklärt: Körperliche Aktivität verbessert die Herz-Kreislauf-Fitness, senkt den Blutdruck, optimiert das Lipidprofil, steigert die Insulinsensitivität, reduziert Entzündungen und hilft beim Gewichtskontrolle – und mindert so Risiken für Herzerkrankungen oder Krebs.

Die Studie fokussierte Frauen im Durchschnittsalter von 72 Jahren, doch Lee betont: „Die physiologischen Vorteile gelten für Männer und Frauen jeden Alters, unabhängig von der Bevölkerungsgruppe.“