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PSMF-Diät: Proteinsparende modifizierte Fastenkur – Funktionsweise, Vorteile und Risiken

In der Vielfalt moderner Ernährungstrends wie Keto, Paleo oder Flexitarier fällt die proteinsparende modifizierte Fastendiät (PSMF-Diät) als effektive Kurzzeitstrategie für stark übergewichtige Personen auf. Als registrierte Ernährungsberaterin Beth Czerwony, RD, betont: Diese Diät eignet sich besonders für Patienten mit Adipositas und sollte immer unter ärztlicher oder ernährungsberaterischer Aufsicht erfolgen.

Die PSMF-Diät basiert auf minimaler Kalorien- und Kohlenhydrataufnahme bei hohem Proteingehalt, um raschen Fettabbau zu fördern. „Es handelt sich um eine modifizierte Keto-Form“, erklärt Czerwony. „Der Großteil der Kalorien stammt aus Protein, mit wenig Fett und magerem Protein plus Gemüse. Obst, stärkehaltiges Gemüse, Brot oder Nudeln sind tabu – so gelangt der Körper in die Ketose, den Fettverbrennungsmodus.“

Czerwony erläutert detailliert Mechanismus, Vorzüge und Risiken dieser Methode.

So funktioniert die PSMF-Diät

Die Diät umfasst zwei Phasen: die Intensivphase und die Refeeding-Phase.

In der Intensivphase, die in der Regel sechs Monate dauert, beträgt die Kalorienzufuhr ca. 800 pro Tag. Ziel: 0,7 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht. Kohlenhydrate sind auf max. 20 Gramm täglich beschränkt, ausschließlich aus Gemüse. Zugesetzte Fette aus Ölen oder Dressings sind verboten.

„Die meisten halten sechs Monate durch, dann melden sie sich wegen Langeweile, Müdigkeit oder Abwechslungslust ab“, sagt Czerwony. Ärzte überwachen Nährstoffmängel und empfehlen oft Ergänzungen wie Magnesium, Kalium oder Natrium.

„Wir raten, Speisen großzügig zu salzen, um niedrigen Blutdruck zu vermeiden“, ergänzt sie.

Nach Erreichen des Zielgewichts folgt die Refeeding-Phase. „Über Wochen werden Kohlenhydrate schrittweise eingeführt“, beschreibt Czerwony. „Ziel ist eine ausgewogene Ernährung, das Ende der Ketose und langfristige Gewichtserhaltung – idealerweise dauerhaft.“

Erlaubte Lebensmittel in der PSMF-Diät

Schwerpunkt: Proteinquellen wie:

  • Hähnchen und Geflügel (Truthahn, Gans, Ente).
  • Mageres Fleisch (Rind, Schwein, Lamm).
  • Fisch (Heilbutt, Kabeljau, Wels).
  • Eier und Eiweiß.
  • Fettarme Milchprodukte (Hüttenkäse, Magermilch, fettarmer Käse).
  • Tofu.

Zusätzlich nicht-stärkehaltiges Gemüse: Blattsalate, Brokkoli, Tomaten, Zwiebeln, Kohl, Sellerie.

Streng verboten:

  • Früchte (Trauben, Orangen, Äpfel, Beeren).
  • Stärkehaltiges Gemüse (Mais, Erbsen, Kartoffeln).
  • Getreide (Weizen, Hafer, Quinoa).
  • Hülsenfrüchte (Erdnüsse, Kichererbsen, Linsen, Bohnen).
  • Verarbeitete Produkte (Schokoriegel, Chips, Fast Food).
  • Gesüßte Getränke (Soda, Sportdrinks, Säfte).
  • Fette/Öle (Butter, Margarine, Dressings, Olivenöl).
  • Vollmilchprodukte (Joghurt, Milch, Käse).
  • Süßungsmittel (Honig, brauner Zucker, Ahornsirup, HFCS).

Vorteile und Nachteile der PSMF-Diät

Hier eine ausgewogene Übersicht:

Vorteil: Effektiver Gewichtsverlust

Bei Adipositas ideal für schnellen Abnehmerfolg – immer unter medizinischer Begleitung.

Vorteil: Besserer Blutzuckerspiegel

Studien belegen Senkung bei Typ-2-Diabetes durch Kohlenhydratmangel. „Wir beobachten Verbesserungen der Glukosekontrolle“, sagt Czerwony.

Vorteil: Reduzierter Bluthochdruck

Weniger Kalorien senken den Druck, eng verknüpft mit Gewichtsreduktion, wie Czerwony bestätigt.

Nachteil: Langfristig herausfordernd

Hohe Restriktionen führen zu Frustration. „Viele werden gelangweilt oder fallen bei Feiern aus der Ketose“, warnt Czerwony.

Nachteil: Nicht für jeden geeignet

Bei Diabetes Typ 2, Hypertonie, Gicht oder Nierenerkrankungen nur unter Aufsicht. „Hoher Proteinanteil birgt Risiken für Gichtschübe oder Nieren“, erklärt Czerwony.

Nachteil: Muskelverlust möglich

Abnahme umfasst Muskelmasse. „Ausreichend Protein und Sport schützen – Aktivität ist essenziell“, rät Czerwony.

Nachteil: Dehydrierungsrisiko

Trinken Sie täglich mind. 64 Unzen (ca. 1,9 L) und salzen Sie. „Keto-Grippe“ mit Übelkeit, Kopfschmerzen oder Krämpfen droht durch Elektrolytungleichgewicht und Verstopfung.

Nachteil: Höhere Kosten

Mageres Fleisch treibt Ausgaben hoch; günstige Alternativen wie Bohnen sind verboten.

Ist die PSMF-Diät etwas für Sie?

„Individuell entscheiden“, meint Czerwony. Erwägen Sie Alternativen wie Adipositas-Medikamente oder OP. „Fokussieren Sie auf langfristige Ziele – Wiederholungen sind oft weniger erfolgreich.“

Nicht für leichte Abnahme: „Vermeiden Sie Extremes; reduzieren Sie Kalorien durch Zucker/Fett und steigern Sie Bewegung.“