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Warum Abnehmen Gelenkschmerzen lindert: Experten der Cleveland Clinic erklären

Abnehmen fällt oft schwer. Doch Übergewicht belastet Ihre Gelenke noch mehr und kann zu starken Schmerzen führen.

Osteoarthritis (OA) zählt zu den häufigsten schmerzhaften Gelenkerkrankungen, und Fettleibigkeit ist ein entscheidender, modifizierbarer Risikofaktor dafür.

Laut CDC sind über 71 % der US-Erwachsenen über 20 Jahre übergewichtig oder fettleibig – kein Wunder also, dass gewichtsbedingte Gelenkprobleme so verbreitet sind.

Was passiert im Körper, und wie können Sie Risiken mindern? Wir haben mit Experten der Cleveland Clinic gesprochen, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Gelenke unter Druck

„Die Gelenke in der unteren Körperhälfte – vor allem Knie und Hüften – tragen Ihr gesamtes Gewicht“, erklärt Robert Bolash, MD, Spezialist für Schmerzmanagement an der Cleveland Clinic. „Jahrelanges Übergewicht führt daher zu schmerzenden, geschwollenen und steifen Gelenken.“

Bei Arthrose nutzt sich das schützende Knorpelpolster ab. Knochen reiben dann aneinander, was Reizungen, Schmerzen und Schwellungen verursacht. Je höher das Gewicht, desto schneller der Verschleiß.

Gewichtsreduktion ist daher ein zentraler Faktor, um Arthrose-Effekte an diesen Gelenken zu bekämpfen.

Weniger Gewicht, weniger Belastung

„Ein ideales Körpergewicht zu halten, ist entscheidend. Schon eine Abnahme von nur 10 Pfund (ca. 4,5 kg) kann das Fortschreiten einer Kniearthrose um 50 % verringern, wie eine Studie zeigt“, betont Rheumatologin Elaine Husni, MD, MPH, Direktorin des Cleveland-Clinic-Arthritis- und Muskuloskelettzentrums. „Das ist ein klar modifizierbarer Risikofaktor.“

Studien belegen: Übergewichtige erkranken häufiger an Arthrose. Bei einem BMI von 30 bis 35 steigt das Risiko für Kniearthrose viermal bis fünffach.

Abnehmen entlastet Gelenke, lindert Symptome und verhindert weiteren Schaden. Arthritis wird nicht umkehrbar, aber Gelenke fühlen sich besser an.

Wasserübungen als Ideal

Der beste Ansatz: Gesunde Ernährung und Bewegung. Dr. Bolash empfiehlt Wasserübungen bei Gelenkschmerzen – Schwimmen, Aquagymnastik oder Pool-Walking.

„Im Wasser schwebt der Körper, Gewicht entlastet die Gelenke, Bewegungen schmerzen weniger. Gleichzeitig trainiert der Wasserwiderstand Muskeln schonend“, sagt Dr. Bolash.

Aktivierung und Mobilität stehen bei ihm an erster Stelle. Bei Einschränkungen schickt er zu Physiotherapeuten für Tipps zu Haltung, Schuhen und schmerzfreier Bewegung.

Bei anhaltenden Schmerzen

Rheumatologen und Schmerzmediziner bieten Optionen wie:

  • Entzündungshemmende Medikamente: Oral oder topisch.
  • Mittel gegen chronische Schmerzen: Wie Cymbalta oder Lyrica auf Rezept.
  • Injektionen: Kortison gegen Entzündung oder Viskosupplementation als Gleitgel fürs Knie.
  • Radiofrequenzablation (RFA): Heiße Nadel deaktiviert Schmerz-Nerven am Knie. Ambulant, unter 30 Minuten, monate- bis jahrelange Linderung. „RFA verzögert Gelenkersatz und gibt Zeit zum Abnehmen“, so Dr. Bolash.

Prävention ist der Schlüssel

Am besten: Schmerzen verhindern. Entlasten Sie Hüften und Knie langfristig durch Gewichtsreduktion. Bewegen Sie sich jetzt – bevor Sie es nicht mehr können.

Tipps zur Umsetzung:

  • Bestimmen Sie Ihren BMI.
  • Messen Sie Ihren Taillenumfang.
  • Treibender moderater Sport.
  • Passen Sie die Ernährung an, um abzunehmen.

Eine genaue Diagnose ist essenziell, da andere Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Gicht oder septische Gelenke ähnliche Schmerzen verursachen können.