Der klassische Rat zum Abnehmen – „Essen Sie weniger und bewegen Sie sich mehr“ – ist hoffnungslos veraltet.
In den USA leiden heute mehr Menschen als je zuvor unter Fettleibigkeit (rund 4 von 10 Erwachsenen). 2013 hat die American Medical Association sie offiziell als Krankheit anerkannt.
Die gute Nachricht: Forscher und Ärzte vertiefen ihr Wissen kontinuierlich, und es entstehen innovative Behandlungsoptionen. Adipositas resultiert aus einer Kombination genetischer, biologischer, entwicklungsbedingter, verhaltensbezogener und umweltbedingter Faktoren.
Trotzdem herrscht die falsche Annahme vor, Fettleibigkeit sei rein eine Frage des Lebensstils – durch zu viel Essen oder zu wenig Bewegung. Betroffene werden stigmatisiert und stereotypisiert, oft sogar in medizinischen Praxen.
Gewichtsverzerrungen im Gesundheitswesen
„Studien belegen, dass Gewichtsverzerrungen im Gesundheitswesen weit verbreitet sind“, erklärt W. Scott Butsch, MD, Director of Obesity Medicine.
Obwohl Ärzte stets die beste Versorgung anstreben, zeigen Untersuchungen, dass manche Vorurteile gegenüber Adipositas-Patienten hegen oder sich in der Behandlung unsicher fühlen.
Diese Haltung wirkt sich negativ auf die Patientenversorgung aus, betont Dr. Butsch.
Ärzte brauchen mehr Aufklärung über die Biologie der Adipositas, die einflussreichen Faktoren und ihre eigenen unbewussten Vorurteile.
Da Fettleibigkeit das Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Krebs steigert, ist das Thema essenziell. Patienten verdienen jedoch einfühlsame, fundierte Gespräche.
Medikamente und Therapien gegen Adipositas
Die Adipositas-Epidemie hat die Adipositasmedizin als Spezialgebiet hervorgebracht. Spezialisten adressieren alle Ursachenfaktoren und unterstützen Patienten bei ihren Zielen.
Ihr Ansatz ist ganzheitlich und individuell. Er umfasst oft die Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern, Verhaltensmedizinern oder Hausärzten – inklusive:
- Ernährungserziehung und -umstellung.
- Trainingspläne.
- Verhaltensberatung.
- Medikamente gegen Adipositas.
- Minimal invasive Therapien.
- Chirurgische Eingriffe.
„Ein multidisziplinärer Ansatz, der physische, verhaltensbezogene und umweltbedingte Aspekte berücksichtigt, ist der Schlüssel zum Patientenerfolg“, so Dr. Butsch.
Das Gespräch mit Ihrem Arzt beginnen
Bereit für ein offenes Gewichtsgespräch? Suchen Sie einen Arzt, der die Komplexität versteht. Das kann mehrere Versuche brauchen. „Fühlen Sie sich beurteilt, wechseln Sie zu einem sensiblen, adipositas-erfahrenen Kollegen“, rät Dr. Butsch.
Bei unzureichender Unterstützung durch Ihren Hausarzt fordern Sie eine Überweisung. Es gibt zertifizierte Adipositas-Spezialisten und dedizierte Kliniken.