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Effektive Übungen bei Huntington-Krankheit: Expertenempfehlungen von Physiotherapeutin Dr. Christy Ross

Bewegung ist eines der besten Mittel für Ihre Gesundheit – das ist unbestritten. Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt Muskeln, fördert Herz- und Gehirngesundheit und steigert die Energie langfristig.

Bei der erblichen Huntington-Krankheit gewinnt Bewegung noch an Bedeutung. Die Symptome schreiten typischerweise über 15 bis 20 Jahre fort und verschlechtern sich. Bewegung bietet nicht nur allgemeine Vorteile, sondern unterstützt auch den Alltag erheblich.

Christy Ross, PT, DPT, Physiotherapeutin mit Spezialisierung auf geriatrische Patienten, erklärt die Vorteile und empfohlenen Übungen für Betroffene.

Vorteile von Bewegung bei Huntington-Krankheit

Gentests können die Genmutation früh nachweisen, lange vor Symptomen. Die Diagnose erfolgt jedoch erst bei Auftreten von Beschwerden wie Gleichgewichtsproblemen, Konzentrationsstörungen oder Stimmungsproblemen wie Depressionen und Ängsten.

Die Nerven degenerieren bereits vor äußeren Zeichen. Deshalb rät Dr. Ross, früh mit Training zu beginnen: „Starten Sie so früh wie möglich, wenn ein Risiko besteht. Bei Symptomen maximieren wir Ihre funktionalen Fähigkeiten.“

Funktionale Fähigkeiten umfassen Alltagsaufgaben wie Finanzmanagement, aber auch Hobbys und soziale Aktivitäten. „Viele Einschränkungen mindern die Lebensqualität früh“, sagt Dr. Ross. „Aerobic-Übungen mit Krafttraining verlangsamen Beeinträchtigungen am besten.“

Kann Bewegung den Krankheitsverlauf verzögern?

Bewegung lindert Symptome wirksam. Aerobic- und Krafttraining sind top: Sie steigern Ausdauer, Kraft, Gleichgewicht und Flexibilität. „Was dem Herzen guttut, hilft auch dem Gehirn“, betont Dr. Ross. „Aerobic schützt Nerven und bremst Schäden.“

Forscher fanden noch keinen Beweis für eine Verzögerung der Erkrankung. „Keine Therapie stoppt sie definitiv“, erklärt Dr. Ross. „Aerobic verbessert Motorik und Fitness – ob das den Prozess verlangsamt, klären größere Studien.“

Die besten Übungen bei Huntington-Krankheit

Die passenden Übungen richten sich nach individuellen Symptomen, z. B. Chorea mit unwillkürlichen Bewegungen. Medikamente helfen, doch wählen Sie sturzsichere Varianten.

Finden Sie eine machbare Routine

Mäßiges Aerobic-Training baut Kardiofitness und Gehirnschutz auf. „Kein Programm ist universell am besten – entscheidend ist Sicherheit und Regelmäßigkeit“, rät Dr. Ross. Schwimmen im Sommer, stationäres Radfahren ganzjährig. „Erhöhen Sie die Herzfrequenz, um Fitness, Motorik, Gleichgewicht und Chorea zu verbessern.“

Wählen Sie Spaßige Übungen

Spaß motiviert langfristig. „Bleiben Sie dran, wenn es gefällt“, sagt Dr. Ross. „Jeder Körper ist einzigartig – probieren Sie Gruppensport wie Softball statt Laufen.“

Halten Sie es einfach

Ein Spaziergang reicht oft. „Manchmal braucht man einen Begleiter für Motivation, nicht nur Sicherheit“, ergänzt Dr. Ross.

Passen Sie die Routine an

Mit Fortschreiten der Krankheit ändern sich Bedürfnisse. Früh präventiv trainieren, später modifizierte Übungen wie motorunterstütztes Radfahren oder Gehhilfen nutzen. Spät: Balance und Haltung für Heim und Öffentlichkeit erhalten.

Physiotherapie bei Huntington-Krankheit

Starten Sie mit einem Physiotherapeuten. „Wir testen Sturzrisiken, passen Übungen an Raum und Support an und finden passende Aktivitäten“, erklärt Dr. Ross. Symptome wie Muskelschwäche, Gleichgewichtsprobleme, Dystonie oder Chorea erfordern maßgeschneiderte Programme, z. B. sicheres Gehen oder Ausdauertraining.

„Übungen beziehen sich auf Alltagsprobleme: Bei Gehproblemen Stehen im Gehschritt mit Kopfbewegungen üben“, beschreibt sie. Therapeuten schärfen auch Kognition, z. B. Reihenfolgen merken („errorless learning“: positiv leiten).

Betreuer lernen Positions- und Dehntraining, um Verträge zu vermeiden. „Tägliches Dehnen mit Hilfe verhindert Bewegungsarmut.“

Vielfältige Trainingsoptionen

CDC empfiehlt Aerobic, Flexibilität, Balance, Krafttraining für alle Altersgruppen. Bei Huntington individuell anpassen.

Aktiver Bewegungsumfang (AROM)

Früh: Tai Chi, Yoga, Pilates – online möglich. Ressourcen: Huntington’s Disease Society of America, European Huntington’s Disease Network, ENGAGE-HD Workbook.

Balance-Übungen

Tai Chi hilft, aber einfach: Zehen-/Fersenlaufen, Rückwärtsgehen, Einbeinstand. Im Rollstuhl: Sitzbalance mit Core-Stabilisierung testen.

Rumpfmuskel-Training

Stärkerer Core verbessert Haltung, Stabilität, Atmung, Schlucken und Chorea-Kontrolle. Übungen: Vierfüßlerstand mit Arm-/Beinheben, Sit-to-Stand langsam.

Atem- und Schluckübungen

Mittel-/Spätstadien: Ausdaueraufbau hilft. Techniken mit Musiktherapie. Logopäden optimieren Schlucken, Positionierung, Texturen.

Tipps für Ihr Training bei Huntington

Physiotherapeuten erstellen Heimprogramme: Ziele setzen, Barrieren lösen (z. B. Zeitplan, Partner). „Seien Sie flexibel – bei Chorea Energie schwanken lassen“, rät Dr. Ross. Yoga bei Müdigkeit, Aerobic bei Power. Ernährung und Hydration beachten.

Regelmäßige Nachsorge: Jährlich mindestens, öfter bei Bedarf. Bewegung boostet auch Psyche: „Individuell angepasst wirkt es gegen Angst.“