Es gibt tatsächlich so etwas wie „zu viel des Guten“. Besonders beim Gehen, das als grundlegende Bewegung super ist, kann Übertreibung kontraproduktiv werden – oder sogar schaden.
Auf den ersten Blick wirkt die Frage „Kann man zu viel gehen?“ absurd, wenn überall geraten wird, mehr zu Fuß zu unternehmen. Doch wenn Sie diesen Artikel lesen, spüren Sie vielleicht selbst: Sie erreichen eine Grenze, sehen keine Fortschritte mehr oder fühlen sich ausgepowert. Das sind Warnsignale. Hören Sie nicht komplett auf, aber überdenken Sie Ihren Ansatz.
Wann wird Gehen „zu viel“?
Die Forscherin und Ex-Elite-Triathletin Alexandra Coates sieht keine feste Zeitgrenze, ab der Gehen schadet. Doch es gibt einen Punkt, an dem der Drang ungesund wird.
„Bei Grundfitness ist es schwer, sich beim Gehen zu überfordern – solange Sie genug essen. Verletzungen treten eher auf, bevor Sie sich wirklich überanstrengen“, erklärt sie. „Aber bei Gewichtsabnahme kann es obsessiv werden. Wenn Sie nach jeder Mahlzeit gehen, um Kalorien zu verbrennen, steigt das Cortisol und der Stoffwechsel leidet.“
Aus ihrer Triathletenzeit kennt Coates das: „Nach der Saison durften wir nicht trainieren – viele kompensierten mit endlosen Spaziergängen. Klingt harmlos, schuf aber Abhängigkeit von Bewegung fürs Glücksgefühl.“
Coates hat recht: Sport boostet die Stimmung, Abhängigkeit ist riskant. Lange Spaziergänge für Wohlbefinden sind okay – aber tanken Sie bei Touren über Stunden.
Warum schneller gehen besser ist als länger
Für gesunden Abnehm-Erfolg: Tempo statt Dauer steigern. „Beim langsamen Gehen verbrennt man hauptsächlich Fett“, sagt Coates. „Viele bleiben im Low-Tempo und verpassen die aerobe Zone mit Fett- und Glykogenverbrennung.“
Das ist ineffizient: Schnelleres Tempo verbrennt mehr Kalorien insgesamt, auch Fett. Kein Sprint nötig – 17 bis 20 Minuten pro Kilometer reichen. Sprechtest: Kurze Sätze möglich? Perfekt.
Schnelles Gehen verlängert sogar die Lebensspanne. Professor Emmanuel Stamatakis (University of Sydney) untersuchte 50.000 Geher: Schnelleres Tempo senkt das Mortalitätsrisiko um 20 %.
Bei Umstieg vom Sitzen aufs Gehen: Langsam steigern. „Zu viel zu schnell kann zu Herzproblemen führen, besonders bei Untrainierten“, warnt Barry A. Franklin, Ph.D., American Heart Association.
Das Fazit
Fertig für den Start? Bauen Sie langsam auf, vermeiden Sie Extremen und Überabhängigkeit, steigern Sie das Tempo. Los geht's!
Um aktiver zu werden, setzen Sie sich ein einfaches Schritt-Ziel (und tracken Sie es). Gehen Sie zu „Pläne“ in der MyFitnessPal-App und wählen Sie einen 28-Tage-Stufenplan für Tipps.