Fans von Stehpulten schwärmen davon, dass sie helfen, den ganzen Tag mehr Bewegung in den Alltag zu bringen und den schädlichen Folgen übermäßigen Sitzens entgegenzuwirken. Beim Abnehmen ist ein Stehpult jedoch kein Allheilmittel.
Regelmäßiges Stehen bietet Vorteile gegenüber langem Sitzen, ersetzt aber keine echte Bewegung. „Ich sehe es als Kontinuum: Auf der einen Seite reines Sitzen, auf der anderen intensives Training“, erklärt Jamie Burr, PhD, Direktor des Human Performance Laboratory an der University of Guelph in Ontario. „Je näher wir der Bewegung kommen, desto besser. Stehen rückt die Nadel ein Stück vor – idealerweise ergänzt durch Gehen oder Radfahren.“
Warum Stehen hilft – aber nicht beim Abnehmen
Studien zeigen: Übergewichtige Erwachsene sitzen täglich 2–3 Stunden länger als Schlanke, was das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und vorzeitigen Tod steigert. Stehen unterbricht diese langen Sitzphasen. Unabhängig vom Gewicht fördert es die Durchblutung, verbessert die Haltung und beugt Schmerzen vor.
Stehen zählt jedoch nicht als Sport, treibt keinen Aerobic-Effekt und verbrennt nicht genug Kalorien für Gewichtsverlust. Eine Studie ergab: Im Stehen verbrauchen Menschen 12 % mehr Energie als sitzend – das sind rund 9–10 zusätzliche Kalorien pro Stunde. Die meisten stehen aber nicht lange genug.
„Bei 12 % mehr den ganzen Tag könnte es nützlich sein, doch die meisten stehen nur 1–2 Stunden“, sagt Studienleiter James Betts, PhD, Professor für Stoffwechselphysiologie an der University of Bath in England. „Bei anderthalb Stunden mit 12 % Aufschlag sind die Extra-Kalorien vernachlässigbar.“
Warum Gehen besser ist als Stehen
Forschung deutet hin: Laufband-Schreibtische bieten mehr Vorteile als reine Stehpulte, da Gehen echte Aktivität bedeutet, während Stehen noch als sitzähnliches Verhalten gilt. Experten sehen Stehen zudem als Einstieg zu mehr Gehen.
„Stehen bricht Sitzphasen und motiviert zu Schritten – vom Stehen aus ist es einfacher loszulegen“, betont Burr. Selbst eine Runde um den Block ist besser als nichts.
Das Fazit
Unabhängig vom Schreibtisch: Wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen. „Langes Stehen ist keine Lösung – es bringt keine Extra-Vorteile und kann zu Problemen wie Plantarfasziitis führen“, warnt Betts (z. B. bei Fabrikjobs).
Setzen Sie stattdessen Erinnerungen: 2–3 Mal pro Stunde aufstehen. „Abwechselnd stehen oder – besser – kurz spazieren gehen. Schon zwei Minuten (z. B. Wasser nachfüllen) senken Blutzucker und Triglyceride“, rät Burr.
Für Abnehmen: Integrieren Sie Gehen oder andere Aktivitäten wie Radfahren. 200–300 Minuten Gehen pro Woche haben sich bewährt. Fangen Sie klein an und steigern Sie sich.