
Stoffwechsel und Alter: Nimmt er wirklich ab?
Ein vertrautes Szenario: Die Kleidung vom Vorjahr sitzt enger, die Waage zeigt mehr. Ungezogenes Essen, Partynächte mit Alkohol, stressige Jobs ohne Zeit für Sport, winterliche Gewichtszunahmen (die durchschnittliche Person nimmt von September bis Februar über ein Pfund zu) und vergessene Neujahrsvorsätze – für viele bleibt das Winterkilo dauerhaft.
Egal ob langsamer Stoffwechsel oder weniger Bewegung und falsche Ernährung: Mit den Jahren nehmen die meisten zu.
Gewichtszunahme im Alter – die Zahlen sprechen Bände
Die globale Fettleibigkeitswelle verschont kaum Kulturen, in den USA trifft sie besonders hart. Bei Kindern sind 17 Prozent fettleibig, 30 Prozent übergewichtig oder fettleibig. Bei Erwachsenen: 35 Prozent fettleibig, über 67 Prozent übergewichtig oder fettleibig. Viele normalgewichtige Kinder werden zu übergewichtigen Erwachsenen – und die Raten sinken nicht.
Daten belegen: Gewichtszunahme im Erwachsenenalter ist die Regel.
Die Folgestudie der National Health and Nutrition Examination Survey zeigt: Männer (25–44 Jahre) nehmen pro 10-Jahres-Intervall ca. 3,4 Prozent zu; Frauen 5,2 Prozent.
Ein 25-jähriger Mann (1,80 m, 170 Pfund) wird typisch zu einem 45-Jährigen mit 182 Pfund. Eine 25-jährige Frau (120 Pfund) erreicht mit 45 Jahren ca. 133 Pfund.
Risikophasen: Bei Frauen Adoleszenz, Schwangerschaft, Lebensmitte; bei Männern nach der Heirat. Gewichtszunahme hört im Alter selten auf.
Eine CDC-Studie: Über 60-Jährige sind häufiger fettleibig als Jüngere – durch jahrelanges "Energieungleichgewicht".
Einfach erklärt: Mehr Kalorien als verbrannt = Zunahme. Mit 3500 Kalorien pro Pfund Fett reichen kleine Fehler: Zwei extra Limos monatlich oder ausgelassene 20-Minuten-Spaziergänge.
Der Stoffwechsel im Alter: Ursachen der Gewichtszunahme
Bei den meisten ist altersbedingte Zunahme hauptsächlich auf sinkenden Kalorienverbrauch zurückzuführen. Weniger Aktivität spielt mit, doch auch der Stoffwechselrückgang trägt Schuld.
Eine Studie zum Gesamtenergieverbrauch (TEE: Grundumsatz + Verdauung + Aktivität) bestätigt: Er sinkt mit dem Alter.
Grundumsatz (50–70 % TEE) fällt pro Jahrzehnt um 1–2 %. Nach 20 sinkt der tägliche Verbrauch um ca. 150 Kalorien. Ursache: Weniger Muskelmasse (stoffwechselaktiv), mehr Fett (inaktiv).
Selbst bei gleicher Magermasse ist Grundumsatz bei Älteren um 5 % niedriger – vielleicht durch Organschwund oder Muskelstoffwechselrückgang. Schnellster Abfall: Männer ab 40, Frauen ab 50.
Zusammengefasst: Täglicher Kalorienverbrauch sinkt durch niedrigeren Stoffwechsel (weniger Masse, mehr Fett) und weniger Bewegung. Formeln berücksichtigen das.
Ein leichter Rückgang ist unvermeidlich, doch mit Fitness lässt er sich stark bremsen.
So bekämpfen Sie altersbedingte Zunahme und Stoffwechselrückgang
Integrieren Sie in Ihr Programm:
- Krafttraining für Muskelmasse und Stoffwechselboost
- Kardio für hohen Verbrauch und Fettprävention
Referenzen
- Yanovski JA, Yanovski SZ, Sovik KN, Nguyen TT, O'Neil PM, Sebring NG. Eine prospektive Studie zur Urlaubsgewichtszunahme. Das New England Journal of Medicine. 23. März 2000;342(12):861-867.
- Flegal KM, Carroll MD, Kit BK, Ogden CL. Prävalenz von Adipositas und Trends in der Verteilung des Body-Mass-Index unter US-Erwachsenen, 1999-2010. Jama. 20. Januar 2012.
- Williamson DF. Beschreibende Epidemiologie des Körpergewichts und der Gewichtsveränderung bei Erwachsenen in den USA. Ann Intern Med. Dr. 1. Okt. 1993; 119 (7 Pt. 2):646–649.
- Roberts SB, Dallal GE. Energiebedarf und Alterung. Öffentliche Gesundheit Nutr. Okt. 2005;8(7A):1028-1036.