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ACTIVE-AF-Studie: Bewegung stabilisiert Herzrhythmus bei Vorhofflimmern und lindert Symptome

ACTIVE-AF-Studie: Bewegung stabilisiert Herzrhythmus bei Vorhofflimmern und lindert SymptomeEine sechsmonatige Trainingsmaßnahme hilft, den normalen Herzrhythmus bei Patienten mit Vorhofflimmern aufrechtzuerhalten und die Symptome merklich zu mildern. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Studie unter Leitung der European Society of Cardiology.
Vorhofflimmern (AF) ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die den Herzschlag beschleunigt und unregelmäßig macht. Typische Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Erschöpfung mindern die Lebensqualität erheblich.

Betroffene laufen ein hohes Risiko für Schlaganfälle und Herzinsuffizienz. Die weltweite Häufigkeit von Vorhofflimmern steigt rasant an und wird auf über 30 Millionen Menschen geschätzt, wobei das Lebenszeitrisiko für Personen über 55 Jahren bis zu einem Drittel betragen kann.
"Die ACTIVE-AF-Studie zeigt, dass einige Patienten ihre Arrhythmie durch körperliche Aktivität kontrollieren können, ohne dass komplexe Eingriffe wie Ablation oder Medikamente erforderlich sind, um ihr Herz im normalen Rhythmus zu halten", erklärt Studienleiter Dr. Adrian Elliott von der University of Adelaide, Australien.

Übungsbasierte Rehabilitation ist bei koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz etabliert, doch nur wenige Untersuchungen haben sich dem Vorhofflimmern gewidmet.

Eine Beobachtungsstudie zeigte, dass Patienten mit gesteigerter kardiorespiratorischer Fitness über fünf Jahre ein signifikant geringeres Risiko für Vorhofflimmern-Rezidive hatten. Eine randomisierte kontrollierte Studie ergab, dass 12 Wochen aerobes Intervalltraining die AF-Belastungszeit reduzierte – allerdings mit nur 51 Teilnehmern und kurzer Nachbeobachtung von vier Wochen.

Die ACTIVE-AF-Studie prüfte ein sechsmonatiges Programm aus beaufsichtigtem Training und häuslicher aerobischer Belastung auf Rezidivrate und Symptomstärke – während der Intervention und in einer sechsmonatigen Follow-up-Phase.

Eingeschlossen waren Patienten mit paroxysmalem (kurzfristigem) oder persistentem Vorhofflimmern (länger anhaltend, mit Rhythmusrestaurierungsmaßnahmen). Permanente Fälle wurden ausgeschlossen.

120 Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern wurden randomisiert einer sechsmonatigen körperlichen Intervention oder üblicher Betreuung zugeteilt. Die Intervention kombinierte wöchentliches beaufsichtigtes Training (erste drei Monate), dann alle zwei Wochen, mit einem individuellen Hausprogramm. Ziel: Aufbau auf 3,5 Stunden Aerobic-Training pro Woche.

Beaufsichtigte Einheiten waren intensiv, um die Fitness zu steigern; zu Hause mittlere Intensität nach Patientenwahl (z. B. Gehen, Indoor-Cycling, Schwimmen). Die Kontrollgruppe erhielt nur Bewegungsempfehlungen.

Alle Patienten bekamen standardmäßige kardiologische Versorgung; die Kardiologen waren bezüglich der Gruppenzuweisung verblindet.

Co-primäre Endpunkte: Symptomstärke und Rezidivanteil nach 12 Monaten. Rezidiv: AF-Episoden >30 Sekunden, Ablation oder fortlaufende Antiarrhythmika.

Das Durchschnittsalter lag bei 65 Jahren, 43 % waren Frauen. Nach 12 Monaten rezidivierte AF bei 60 % der Trainingsgruppe vs. 80 % der Kontrolle (Hazard Ratio 0,50; 95%-KI 0,33–0,78; p=0,002). Dr. Elliott: "Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass eine größere Anzahl von Patienten in der Trainingsgruppe einen normalen Herzrhythmus aufrechterhalten konnte, ohne invasive Eingriffe oder Medikamente."

Die Trainingsgruppe meldete zudem signifikant mildere Symptome. „Weniger starkes Herzklopfen, Atemnot und Müdigkeit“, so Dr. Elliott.

„Aerobic-Übungen sollten routinemäßig in die Therapie symptomatischen Vorhofflimmerns integriert werden – ergänzend zu Medikation, Gewichtsreduktion, Blutdruck- und Schlafapnoe-Behandlung. Ziel: 3,5 Stunden aerobes Training wöchentlich, inklusive intensiver Einheiten zur Fitnesssteigerung“, empfiehlt er.