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Die Kraft des Schmutzes: Die gesundheitlichen Vorteile von Outdoor-Workouts

Ist Dreck wirklich ein Schimpfwort? Oder könnte er etwas Mächtigeres sein? Als Mutter und Pädagogin mit täglichem Umgang mit kleinen Kindern habe ich eine hohe Schmutztoleranz entwickelt. Studien zeigen jedoch: Schmutz muss nicht abstoßend sein – er kann positiv wirken und unsere Gesundheit stärken.

Im vergangenen Jahr haben Gesundheits- und Fitnessexperten unsere Trainingsroutinen revolutioniert. Aufgrund pandemiebedingter Fitnessstudio-Schließungen suchten viele Alternativen zu Gruppenkursen und Geräten. Viele entdeckten die Kreativität der Außenräume für effektive Workouts.

Seien wir ehrlich: Viele meiden Outdoor-Training wegen der Unordnung und bevorzugen klimatisiertes, steriles Studio-Umfeld. Doch ich argumentiere: Die Nutzung der Natur steigert die Trainingsvorteile enorm. Ein klassisches, schlammiges Outdoor-Workout geht über körperliche Fitness hinaus – es verbessert die Wahrnehmung, reduziert Stress, Angst und Depressionen.

Erstens: Sich schmutzig machen und loslassen kann berauschend und spaßig sein. Spaß verbessert Einstellung und Stimmung nachweislich. Meine Tochter, ehemalige Highschool-Hockeyspielerin, erlebte das in ihrem letzten Jahr. Bei einem entscheidenden Spiel gegen den Erzrivale nach Regentagen war das Feld matschnass. In der ersten Halbzeit spielten beide Teams zaghaft. Bis eine Spielerin platsch hinfiel – ihre weiße Uniform wurde schlammbraun. Dieser Moment war der Wendepunkt.

Er löste die Hemmungen: Das Team nahm seine aggressive Spielweise auf. Weitere Spieler rutschten aus, Uniformen wurden braun-grün. Der Schlamm stärkte die mentale Kraft, reduzierte Angst, löste Stress und gab Freiheit. Die mentale Blockade brach, sie spielten wild und gewannen Match sowie Turnier. Schmutz veränderte ihren Blick, ihre Stimmung und Leistung.

Erwachsene haben selten Gelegenheit, sich absichtlich im Matsch zu wälzen. In unserer desinfizierten Welt fehlt natürlicher Schmutzkontakt – im Gegensatz zu unseren evolutionären Wurzeln als Jäger-Sammler. Doch Rückkehr zur Natur bringt Vorteile.

Zunächst: Schmutz stärkt das Immunsystem. Unser Darmmikrobiom beeinflusst die Abwehrkraft maßgeblich. Jack Gilbert, Direktor des Microbiome Center an der University of Chicago und Autor von Dirt is Good: The Advantage of Germs in Your Child’s Development, belegt: Kinder, die im Dreck spielen, entwickeln ein stärkeres Immunsystem durch natürliche Mikroben.

Die Vorteile gehen übers Immunsystem hinaus – sie wirken auf das Gehirn, Stimmung, Stress und Kognition.

Schmutz enthält Mycobacterium vaccae (M. vaccae). 2004 entdeckten Forscher seine Vorteile. Bei Krebspatienten in Chemotherapie verbesserte abgetötetes M. vaccae die Lebensqualität: Mehr Glück, weniger Depressionen, bessere Kognition und Vitalität.

2007 zeigte eine Studie: M. vaccae moduliert Stressreaktionen. Gestresste Mäuse mit Bakterien reagierten antidepressiv-ähnlich, da es Serotonin freisetzt und Immun-Neuronen stimuliert – Beweis für Stress-Immunsystem-Verknüpfung.

Schmutz schärft auch den Geist. Mäuse mit M. vaccae-fütterter Erdnussbutter meisterten Labyrinthe schneller. Es stimuliert den Hippocampus (räumliches Gedächtnis) und exekutive Funktionen für besseren Fokus.

Outdoor-Training bietet bekannte Pluspunkte wie Vitamin D und Grün-Entspannung. Nun hinzukommt: Inhalation von M. vaccae beim Wirbeln von Erde verbessert Stimmung und mindert Depressionen, Angst, Stress. Bleiben Sie draußen – und werben Sie mit Probewaschmittel für Schlamm-Neulinge!