Körperlich aktiv zu bleiben ist essenziell, um die Gesundheit zu fördern, chronische Erkrankungen vorzubeugen und das Risiko für vorzeitigen Tod zu senken. Die 2018er Richtlinien für körperliche Aktivität für Amerikaner empfehlen eine Mischung aus aerobem Training mittlerer und hoher Intensität sowie muskelkräftigenden Übungen für die großen Muskelgruppen. Für Erwachsene gelten 150–300 Minuten aerobe Aktivität mittlerer Intensität, 75–150 Minuten hoher Intensität oder eine äquivalente Kombination – verteilt über die Woche, ergänzt durch Krafttraining an mindestens zwei Tagen.
Die Schlüsselfaktoren für gesundheitsbezogene Fitness sind kardiorespiratorische Fitness, Muskelkraft und anaerobe Leistungsfähigkeit.
Kardiorespiratorische Fitness bewertet, wie effizient Atmungs- und Kreislaufsystem die Skelettmuskulatur mit Sauerstoff versorgen, um Energie während der Belastung zu erzeugen.
Der VO2max-Test misst die maximale Sauerstoffaufnahme bei hochintensiver Aktivität, etwa auf dem Laufband.
Ein hoher VO2max signalisiert bessere Sauerstoffnutzung und Ausdauerfähigkeit. Niedrige Werte deuten auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allgemeinsterblichkeit hin.
Muskelkraft beschreibt die Fähigkeit, maximale Käfte gegen Widerstand zu erzeugen – entscheidend für Alltagsaufgaben und Mobilität.
Anaerobe Leistung misst die Fähigkeit, sich kurzfristig mit maximaler Intensität zu bewegen, durch Glukoseabbau ohne Sauerstoff.
Training verbessert diese Bereiche, doch individuelle Reaktionen variieren stark. Genetik beeinflusst, wie der Körper auf Sport reagiert.
Genetiks Rolle bei Trainingsreaktionen
Laut dem 22. Jahreskongress des European College of Sport Science machen Gene 25–40 % der phänotypischen Variabilität aus, der Rest entfällt auf Umwelteinflässe.
Kandidatengene prognostizieren Reaktionen auf spezifisches Training, indem sie Energiewechsel, Stoffwechsel, Speicherung und Zellwachstum modulieren.
Forscher des Cambridge Centre for Sport and Exercise Sciences an der Anglia Ruskin University (UK) analysierten in einer Meta-Studie 24 Untersuchungen mit 3.012 untrainierten Teilnehmern (1.512 männlich, 1.239 weiblich).
Sie identifizierten 13 Kandidatengene und Allele: Neun assoziiert mit kardiorespiratorischer Fitness, sechs mit Muskelkraft, vier mit anaerober Leistung. Individuen erben je ein Allel pro Gen von jedem Elternteil (homozygot bei Gleichheit, heterozygot bei Unterschied).
Variierende Effekte nach Trainingsart
Kardio-Studien: 12 Wochen, 3x/Woche 36 Minuten bei 77 % max. Herzfrequenz / 74 % VO2max. Gene erklären 44 % der Reaktionsunterschiede.
Krafttraining: 10 Wochen, 3x/Woche, 174 Wiederholungen bei 75 % 1RM. Gene verursachen 72 % der Varianz.
Anaerob/Power: 5 Wochen, 3x/Woche, 4–12 Intervalle bei 90–110 % VO2max oder 0,075 kg/Körpergewicht. Gene nur 10 %.