Von: Scott Burg, DO
Bewegung ist ein Schlüssel zu einem besseren Leben mit Arthritis. Als Facharzt für rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Cleveland Clinic weiß ich: Regelmäßige, gezielte Aktivität lindert Steifheit, setzt körpereigene Endorphine frei und entlastet die Gelenke – besonders beim Abnehmen.
Dennoch rate ich immer: Sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt. So nutzen Sie die Vorteile, ohne Verletzungen oder Schmerzzunahme zu riskieren. Ein offenes Gespräch mit diesen fünf Fragen ist der ideale Start.
1. Welche Form von Arthritis haben Sie?
‚Arthritis‘ umfasst verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. Bei entzündlichen Formen wie rheumatoider Arthritis bessert Bewegung – etwa durch Flexibilitätsübungen wie Tai Chi – die Steifheit. Bei Osteoarthritis wählen Sie gelenkschonende Aktivitäten, um Schmerzen nicht zu verschärfen.
„Der Einstieg ins Training ist individuell. Wichtig: Vereinfachen Sie ihn, um Verletzungen zu vermeiden und langfristigen Erfolg zu sichern.“

Scott Burg, DO
Klinik für rheumatologische und immunologische Erkrankungen
Bei Knie-Osteoarthritis empfehle ich oft Aquafitness oder zügiges Gehen statt Laufen. Achten Sie stets auf Aufwärmen, Abkühlen sowie Eis- oder Wärmeanwendungen.
2. Wie stark sind Ihre Schmerzen?
Training lindert Schmerzen langfristig, doch eine Verletzung würde alles verschlechtern. Geben Sie Ihrem Arzt eine ehrliche Schmerzeinschätzung – so finden Sie die passende Intensität und Grenzen.
Hören Sie während des Trainings auf Ihren Körper: Leichter Muskelkater ist normal, anhaltende oder zunehmende Gelenkschmerzen signalisieren Pause und Anpassung.
3. Welche weiteren Erkrankungen haben Sie?
Das ist entscheidend. Bei Diabetes, Herz- oder Lungenproblemen konsultieren Sie Ihren Rheumatologen. Chronische Erkrankungen und Medikamente beeinflussen Trainingsmöglichkeiten und -intensität.
Wir fördern Aktivität bei Arthritis, prüfen aber Risiken anhand Ihres Gesundheitsprofils.
4. In welcher Form sind Sie?
Definieren Sie Ihren Ausgangspunkt realistisch. Nach langer Pause – etwa durch Fibromyalgie – starten Sie langsam, z. B. mit 10–20 Minuten Gehen, statt einer Stunde.
Jeder Einstieg ist einzigartig. So minimieren Sie Verletzungsrisiken und steigern Ihre Erfolgschancen.
5. Sollten Sie einen Physiotherapeuten konsultieren?
Oft ja – aus meiner Praxis-Erfahrung. Entwickeln Sie mit Ihrem Arzt Ziele, die der Physiotherapeut umsetzt: Korrekte Form, Warm-ups, Cool-downs und maßgeschneidertes Programm.
Schon ein Termin hilft; viele profitieren von laufender Begleitung und Motivation.