Wir alle kennen die Höhen und Tiefen beim Abnehmen. Dieser erste Tag, an dem man voller Elan in neuen Laufschuhen loslegt und eine totale Veränderung erwartet. Doch nur zehn Minuten später schleppt man sich erschöpft nach Hause. Oder man quält sich durch 30 Minuten Laufen, ist tagelang wund und fällt in alte Gewohnheiten zurück. So erging es meiner Schwester Colleen über Jahre hinweg immer wieder. Doch 2020, kurz vor ihrem 30. Geburtstag, änderte sie ihre Strategie: Sie lernte erstmal richtig gehen, bevor sie rannte. Und das war der Gamechanger.
Seit ihrem ersten Spaziergang vor gerade mal zehn Monaten hat sie über 75 Pfund verloren – inklusive ihres ersten 5-km-Laufs. Sie fühlt sich fitter denn je. Als große Schwester bin ich unglaublich stolz, als Fitness-Autorin tief beeindruckt.
Hier teilt Colleen ihre besten Tipps aus eigener Erfahrung:
FINDEN SIE IHR "WARUM" – UND IHR "WIE"
Wahres Engagement entsteht nicht aus dem lockeren Ziel, "nur fünf Pfund" zu verlieren. Zu Pandemiebeginn im März 2020 fühlte sich Colleen wie viele: gestresst und uninspiriert. Ihr "Warum" war einfach, sich besser zu fühlen. "In meiner Bäckerei war der Stress enorm, und ich war in meiner schlechtesten körperlichen und mentalen Form", erzählt sie. Das "Wie" fand sie in der Natur. "Ich bin draußen aufgewachsen, die Natur hat mich immer erdet. Ich wusste, ich muss dorthin zurück."
FANGEN SIE KLEIN AN – WIRKLICH KLEIN
Früher startete Colleen ambitioniert: lange Läufe, intensive Kurse. Das hielt kurz, dann scheiterten Schmerz oder Zeitmangel. Diesmal begann sie minimal: Täglich mit dem Hund spazieren. "Das passt nicht zu mir – ich bin der Typ für All-in", gibt sie zu. "Aber langsames Aufbauen sorgt für Durchhaltevermögen. Selbst heute baue ich mich noch bedacht aus."
RUNS SCHLEICHEND EINBAUEN – ABER SIMPEL HALTEN
"Laufen ist super zugänglich, überall machbar", sagt sie. "Aber es braucht Aufbau." Viele scheitern am ersten Fehlschlag. Stattdessen: Gehen mit Intervallen. Statt fünf Minuten pur rennen: 5 Minuten gehen, 30 Sekunden laufen – 10 Mal. So laufen Sie fünf Minuten, bewegen sich aber fast eine Stunde. Gehen allein verbrennt Kalorien nachhaltig.
SCHREITEN SIE ALLMÄHLICH VORAN
"Nachmittags hatte ich freie Zeit nach frühem Arbeitsstart. Zuerst Spaziergang mit Hund, dann solo-Ausflüge mit Joggen", erklärt Colleen. "Um ein Feld herum versuchte ich, pro Runde eine Seite zu laufen." Bald streute sie kürzere Läufe ein (bis zu einer Minute alle vier Minuten), später Challenges wie Damm-Hügel.
VERGLEICHEN SIE SICH NICHT
Andere, die Sie überholen, können demotivieren. Doch jeder startet mal klein. "Früher schämte ich mich für mein Tempo", sagt Colleen. "Heute weiß ich: Niemand achtet drauf. Schnell sein muss ich nicht – das hat mich befreit."
AKZEPTIEREN SIE, DASS ES ANSTRENGEND WIRD
"Manchmal denke ich: 'Ich hasse das!' Aber oft merke ich, ich hab Spaß", gesteht sie. "Letzte Woche war's eisig – ich wollte nicht. Doch nach dem Aufwärmen vergaß ich die Kälte. Nach zehn Monaten Routine wird's leichter!"
ZURÜCKFINDEN IST MÖGLICH
Früher rissen Stressphasen alles entzwei. Heute nicht: Kurze Pausen ruinieren nichts. "Ich genieße Sport jetzt, spüre den Unterschied. Mit Plan komm ich easy zurück", sagt sie. "Feiertage? 'Okay, Spaß gehabt – jetzt clean essen und laufen.' Innerhalb Tage war ich fit, extra Kilos weg."
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