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Gehen senkt Krebsrisiko: Wissenschaftliche Belege und praktische Tipps

Ein überzeugender Grund, täglich die Wanderschuhe anzuschnüren: Regelmäßige Bewegung wie Gehen kann das Risiko für bestimmte Krebsarten spürbar senken. Eine umfassende Überprüfung der medizinischen Literatur belegt, dass körperliche Aktivität das Risiko für Brust-, Dickdarm-, Lungen-, Endometrium-, Nieren- und Prostatakrebs verringert. Studien zeigen zudem, dass aktive Frauen ihr Brustkrebsrisiko um 25 % reduzieren können.

Gehen bringt Vorteile nicht nur in der Prävention, sondern auch für Krebspatienten und Überlebende in Remission. Wer während der Behandlung oder danach regelmäßig zu Fuß geht, erleidet oft weniger Nebenwirkungen und verliert weniger Muskelmasse als inaktive Patienten.

DIE WISSENSCHAFT

Krebspatienten unter Behandlung ähneln in vielerlei Hinsicht Astronauten: Beide Gruppen erleben Stressoren, die zu Muskelschwund, Knochendichteverlust und Herzfunktionsstörungen führen können. Forscher empfehlen daher Gehen als bewährte Gegenmaßnahme – ähnlich wie das NASA-Trainingsprogramm für Raumfahrer. Im Unterschied dazu raten Ärzte Krebspatienten oft zur Ruhe, was den Muskelschwund begünstigt. Ein Wechsel zu moderater Aktivität könnte hier einen großen Unterschied machen.

Dr. Lisa Auster-Gussman, PhD, Postdoktorandin in der Abteilung für Präventivmedizin an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University in Chicago, erklärt: „Bewegung reguliert Hormone wie Östrogen, das mit Brustkrebs assoziiert ist, reduziert chronische Entzündungen, stärkt das Immunsystem und verbessert die Insulinsensitivität – alles Faktoren, die Krebsrisiken mindern.“

Regelmäßiges Gehen fördert zudem Gewichtsabnahme, was das Krebsrisiko weiter senkt. „Adipositas erhöht das Risiko für Brust-, Dickdarm-, Gebärmutter-, Endometrium- und andere Krebsarten“, betont Dr. Jorge Cortes, Direktor des Georgia Cancer Center an der Augusta University.

WARUM GEHEN KREBSPATIENTEN HELFEN KANN

Außerhalb der Muskel- und Knochenerhaltung steigert Gehen Energielevel und lindert Müdigkeit. „Es mindert Stress, Depressionen, Ängste, Schlaflosigkeit und weitere typische Symptome“, sagt Cortes. Als schonende Aktivität eignet es sich ideal für Patienten in Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie.

„Viele bevorzugen Gehen, da es nicht überfordert“, erklärt Dr. Joshua Mansour, Hämatologe-Onkologe am City of Hope Cancer Center und Kaiser Permanente in Los Angeles. „Kliniken motivieren mit Belohnungen wie Medaillen für Rundgänge – es macht Spaß, holt aus dem Bett und boostet Endorphine für bessere Stimmung.“

Die Flexibilität ist ein weiterer Pluspunkt: „Bei Behandlungen, wo der Körper unkontrollierbar wirkt, gibt Gehen ein Gefühl der Selbstbestimmung“, fügt Auster-Gussman hinzu.

WIE VIEL GEHEN IST RICHTIG FÜR SIE?

Um Krebsrisiken zu mindern oder Therapien zu erleichtern, streben Sie die Empfehlung an: 150 Minuten mittelintensive Bewegung pro Woche. Passen Sie es an Ihren Behandlungsplan an.

„Manche Therapien oder Werte erschweren Aktivität“, warnt Mansour. „Ideal sind 30 Minuten täglich, wenn möglich.“

Höhere Intensität wie zügiges Gehen maximiert Langlebigkeitsvorteile und ist verletzungsärmer, meint Cortes. „Hohes Sturzrisiko immer mit dem Team absprechen.“

DAS ERGEBNIS

Tägliches Gehen wirkt sich positiv auf Prävention und Therapie aus. Jede Menge zählt – schon 10 Minuten täglich boosten Körper und Psyche.