Bei dem Gedanken an Wettkämpfe stellen viele sich eine Joggerin mit Trainingsanzug, Visier und Gürteltasche vor, die züchtig durch die Nachbarschaft läuft und Handgewichte schwenkt. Das hat wenig mit Renngehen zu tun – einer olympischen Disziplin, die seit den Spielen 1932 in Los Angeles zu den Sommerspielen gehört.
„Auch wenn es für Außenstehende komisch wirken mag“, erklärt Jeff Salvage, ehemaliger internationaler Renngeher, Gründer von RaceWalk.com und Autor von „Race Walk Like A Champion“, „ist Renngehen eigentlich schonender für den Körper als Laufen. Es bietet dieselben Vorteile bei viel geringerem Verletzungsrisiko.“
Suchen Sie eine neue Herausforderung? Dieser Leitfaden klärt über Renngehen auf, widerlegt gängige Missverständnisse und zeigt, warum Sie es ausprobieren sollten.
Was viele über Renngehen falsch verstehen
Beim Hören von „Renngehen“ denken viele an normales Gehen in einem Rennen – weit gefehlt. Bei den Olympischen Spielen gibt es ein 20-km-Rennen für Männer und Frauen sowie ein 50-km-Rennen für Männer.
„Renngehen ist eine spannende und anspruchsvolle Disziplin für Athleten jeden Alters und Levels“, betont Michael Roth, Cheftrainer der Raleigh Walkers und dreifacher nationaler Meister. „Es bietet Wettbewerbe auf lokaler bis internationaler Ebene – sogar College-Stipendien sind möglich.“
Roth gibt zu: Mit 22 Jahren ohne Elite-Niveau sind olympische Ziele schwer erreichbar. Doch das sollte niemanden abschrecken. Salvage ergänzt, dass viele Verletzte aus anderen Sportarten hier eine schonende Alternative finden.
Für Erfolge auf nationaler Ebene oder im Team USA gibt es derzeit 12 WM-Medaillen und neun olympische – „wenn Sie die Arbeit investieren“, sagt Roth. Der Fokus liegt auf perfekter Technik, die sich stark vom Alltagsgehen unterscheidet.
Die richtige Renngeh-Technik
Erfolgreiches Renngehen erfordert präzise Form, da Richter sie streng bewerten – nach USA Track & Field-Regeln. Fehler führen zu Disqualifikation. Üben Sie Form und Schritt konsequent.
„Immer einen Fuß am Boden halten und das Bein am Knie strecken, sobald es auftritt, bis es unter die Hüften kommt“, beschreibt Roth. „Der Fuß landet nah am Körper, Zehen hochgezogen – so verriegelt das Knie natürlich, der Schritt wird flüssig.“
Der Hauptunterschied zum normalen Gehen: das gestreckte Knie. Sobald die Basis sitzt, rollen Sie von Ferse zu Zehe ab und steigern das Tempo.
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Die Fußposition ist geradlinig, Hüften treiben voran. Arme und Schultern unterstützen, ohne stark zu schwingen wie beim Laufen.
Trainieren wie Läufer
Das Training ähnelt dem der Läufer: Distanzen, Intervall-, Kraft- und Beweglichkeitsübungen.
„Alles wie beim Laufen, nur im Gehen ausgeführt – Workouts dauern ca. 25 % länger für gleiche Distanzen“, erklärt Roth. „Wir investieren mehr Stunden.“
Trainieren Sie Intervalle, lange Strecken für Tempo und Ausdauer. Cross-Training und Pausen verhindern Überlastung, bauen Kraft auf und halten Sie fit.