Haben Sie als Elternteil schon einmal erlebt, dass Ihr Kind über plötzliche Brustschmerzen klagt – besonders nach sportlicher Anstrengung? Solche Momente können beunruhigend sein. Wir haben Dr. Ramakanta Panda, renommierten kardiovaskulären Thoraxchirurgen, Geschäftsführer und stellvertretenden Vorsitzenden des Asian Heart Institute in Mumbai, konsultiert, um klare Orientierung zu geben: Wann sind Brustschmerzen bei Kindern harmlos, und wann droht ein ernsthaftes Herzproblem? „In den meisten Fällen sind Brustschmerzen bei Kindern gutartig“, erklärt Dr. Panda. „Ursachen können Hautirritationen, Knochenprobleme, Speiseröhrenbeschwerden, Muskelzerrungen, Nervenkompressionen oder Lungenreizungen sein. Kurze Schmerzen, die Sekunden oder Stunden dauern, haben nichts mit dem Herzen zu tun und sind meist kein Grund zur Panik.“
Alarmierend wird es, wenn Schmerzen ausschließlich bei körperlicher Belastung auftreten, länger anhalten und erst nach Ruhe abklingen. Hier könnte ein angeborener Herzfehler vorliegen. Lautes Weinen kann bei Kleinkindern ähnlich wirken: Es beschleunigt den Herzschlag und erhöht den Blutfluss. Bei bestehenden Herzfehlern entstehen dann Brustschmerzen.
Obwohl herzbedingte Brustschmerzen bei Kindern selten sind, können sie gefährlich werden, wenn sie unerkannt bleiben. Eltern sollten lernen, Warnsignale zu erkennen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen.
Zur Diagnose und Therapie sagt Dr. Panda: „Nach genauer Abklärung kann die Behandlung je nach Schweregrad konservativ mit Medikamenten und Lebensstiländerungen oder chirurgisch erfolgen.“
Zwei kritische angeborene Anomalien sind besonders relevant:
1. Arterie mit höherem Ursprung: Die Arterie entspringt ungewöhnlich hoch und wird bei Anstrengung geknickt, was den Blutfluss behindert.
2. Falscher Arterienverlauf: Die Koronararterie verläuft abnormal zwischen Aorta und Pulmonalarterie. Bei Sport oder intensivem Weinen wird sie komprimiert, was Schmerzen auslöst.
Bei belastungsabhängigen, anhaltenden Brustschmerzen sofort einen Arzt konsultieren! In seltenen Fällen empfiehlt dieser einen CT-Scan. Ein erfahrener Spezialist erkennt Probleme oft schon in einem Routine-EKG, besonders wenn das Kind weint oder Schmerzen hat.