In wenigen Wochen sinken die Tag- und Nachttemperaturen, und der Winter kündigt sich landesweit an. Viele freuen sich über die Abkühlung nach der Hitze, doch für Betroffene mit Gelenkproblemen oder nachlassender Knochengesundheit wird es herausfordernd. Als Rheumatologe höre ich in meiner Praxis im Jaslok Hospital regelmäßig von Patienten, dass ihre Gelenke im Winter stärker schmerzen – besonders bei Arthritis leidet man unter mehr Steifheit und Beschwerden. Warum verstärken sich Schmerzen bei Kälte? Es gibt mehrere wissenschaftlich fundierte Erklärungen. Ein Rückgang des atmosphärischen Drucks kann den Druck in den Gelenken verändern und Nerven reizen, was bestehende Schmerzen verstärkt. Kälte verdickt die Gelenkflüssigkeit, erhöht die Steifheit und sensibilisiert Schmerzrezeptoren. Zudem bewegen sich viele im Winter weniger, bleiben drinnen und führen ein sitzenderes Leben – das macht Gelenke steif und schmerzhaft.
Tipps zur Erhaltung Ihrer Knochen- und Gelenkgesundheit im Winter
Als Dr. Puneet Mashru, Berater und zusätzlicher Direktor der Rheumatologie-Abteilung im Jaslok Hospital, empfehle ich folgende bewährten Maßnahmen:
Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung anzuregen und warm zu bleiben. Das stärkt Knochen und Muskeln und lindert Steifheit.
Wählen Sie gelenkschonende Aktivitäten: Stretching entspannt, Pilates verbessert Haltung und Muskulatur, Schwimmübungen entlasten die Gelenke bei hoher Wirksamkeit.
Achten Sie auf eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung: Milchprodukte, Mandeln, Soja für Kalzium; ergänzen Sie mit Eiern, Getreide und angereicherten Produkten.
Tragen Sie mehrschichtige Kleidung und nutzen Sie Wärme: Heizkissen oder warme Kompressen entspannen Muskeln und Gelenke.
Schlafen Sie ausreichend – Erholung ist essenziell.
Behalten Sie eine positive Haltung bei: Kälte kann Stimmung dämpfen und Schmerzen subjektiv verstärken.
Bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder ankylosierender Spondylitis: Kontrollieren Sie die Grunderkrankung streng.
Bei Schmerzzunahme über zwei Wochen oder neuen Symptomen – besonders bei Vorerkrankungen – suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.
Verfasst von Dr. Puneet Mashru, Berater und zusätzlicher Direktor, Abteilung für Rheumatologie, Jaslok Hospital.