Cheerleading, Tanz und Gymnastik sind hochbeliebte Sportarten unter jungen Athletinnen und Athleten. Ein intensiver Trainings- und Wettkampfkalender mit Sprüngen, Hebungen, Stürzen und Stunts fordert den jungen Körper jedoch stark.
Obwohl die Bewegungen in diesen Disziplinen variieren, begegnen Ärzte wiederkehrenden Verletzungsmustern, vor allem im Rücken-, Hüft- und Beinbereich, wie Sportmedizinerin Dr. Kim Gladden aus ihrer langjährigen Praxis berichtet.
Frühes Erkennen von Risiken, gezieltes Krafttraining für den Rumpfbereich sowie rasche Behandlung halten diese Sportler langfristig fit und leistungsstark, betont die Expertin.
Die häufigsten Verletzungen
Drei typische Verletzungen betreffen vor allem den unteren Rücken, die unteren Extremitäten und den Knöchel, erklärt Dr. Gladden.
Unterer Rücken – Tänzerinnen und Turnerinnen sind besonders gefährdet, doch auch Cheerleader bei Stunts. Wiederholte Bewegungen gepaart mit schwachem Core-Muskel können zu Überdehnungen und Stressfrakturen der Wirbelsäule führen. Spondylolyse, ein Defekt am Wirbelbogen, begünstigt dies.
„Langfristige Belastung macht die Wirbelsäule anfällig für Ermüdungsfrakturen – ein- oder beidseitig“, beschreibt Dr. Gladden.
Untere Extremitäten – Schwächen in Hüfte und Rumpf fördern Verletzungen an Knöcheln und Knien. „Nach Landungen aus Sprüngen kann ein schwaches Hüftmuskel nicht stabilisieren, sodass das Knie unkontrolliert über den Fuß kippt“, warnt die Medizinerin. Ideale Ausrichtung: Knie über Zehen 1 und 2, für Hüfte, Knie und Knöchel in einer Linie.
Knöchel – Hohe Sprünge und Drehungen mit starkem Aufprall verursachen vor allem Verstauchungen. Cheerleader und Turnerinnen sind am stärksten betroffen. Häufig Inversionstraumata an der Außenseite; bei Tänzerinnen mediale Verletzungen durch Pronation oder Achillessehnenprobleme.
Beste Behandlungsansätze
Behandlung zielt auf Ruhe, Rehabilitation und Vermeidung provozierender Bewegungen ab. „Vor Wettkämpfen oder Aufführungen stoppen wir nicht komplett, sondern pausieren nur die risikoreichen Elemente und bauen Flexibilität und Stärke auf“, rät Dr. Gladden.
Sie empfiehlt Ibuprofen nur kurzfristig bei akuten Schmerzen, nicht routinemäßig vor Training, um Beschwerden nicht zu kaschieren.
Wiederherstellung
Genesungszeiten hängen von Alter, Trainingsintensität und Schwere ab. Bei unterem Rücken: 6–8 Wochen keine extremen Dehnungen, dann schrittweiser Wiedereinstieg. Knöchelverstauchungen: 2–6 Wochen, schwerere Fälle bis 12–16 Wochen. Rückkehr nur schmerzfrei und technisch korrekt, ergänzt durch Physiotherapie.
Verletzungen vorbeugen
Eltern und Athleten sollten Trainingsumgebungen prüfen: Qualifiziertes Personal, Ausrüstung und Kraftprogramme. Tipps von Dr. Gladden:
- Besuchen Sie ein Training, um Technik zu kontrollieren.
- Erkundigen Sie sich nach Verletzungsquoten.
- Klären Sie Trainingsgruppen.
- Achten Sie auf ausreichend Personal und Ausrüstung.
- Tanzstudios: Gefederter Holzboden.
- Cheer-Gyms: Genügend Matten.
- Solide Programme für Kraft und Beweglichkeit.
Bei Schmerzen Ursache klären und sofort behandeln lassen. „Nur wer Verletzungen ernst nimmt, tanzt oder turnt bis ins Erwachsenenalter weiter“, fasst Dr. Gladden zusammen. Ignorieren Sie Schmerzen nicht.