von Abe Ankers, Sportwissenschaftler
Laufen scheint einfach: Einen Fuß vor den anderen setzen. Doch Mythen wie 'Krafttraining macht langsamer' oder 'Nicht in der Kälte laufen' täuschen viele. Als Sportwissenschaftler entlarve ich fünf der häufigsten Irrtümer und gebe evidenzbasierte Tipps für besseres Training.

1. „Krafttraining macht langsamer“
Dieser Mythos ist falsch. Weltklasse-Ausdauersportler widmen bis zu 10 % ihrer Zeit dem Krafttraining – mit Erfolg. Es verbessert die Laufökonomie um bis zu 8 %, steigert Muskelausdauer, Flexibilität und Haltung. Integrieren Sie auch Oberkörperübungen in Ihr Programm.
2. „Ich bin zu [Adjektiv] zum Laufen“
Schlanke Elite wie Paula Radcliffe oder Eliud Kipchoge sind Ausnahmen – weniger als 0,0001 % der Bevölkerung. Wir alle sind zum Laufen gemacht, nicht zum Sitzen. Britischer Komiker Eddie Izzard, 58, lief kürzlich 27 Marathons in 27 Tagen und plant 28 mehr: „Wenn ich 26 Meilen täglich schaffen kann, kann das jeder.“
3. „Dehne dich immer vor dem Laufen“
Kein statisches Dehnen! Dabei hält man Muskeln lange gedehnt – wie Bücken zu den Zehen. Studien zeigen: Es mindert Leistung und schützt nicht vor Verletzungen. Stattdessen dynamische Übungen im Warm-up: Beinschwünge oder Ausfallschritte erhöhen Temperatur, Durchblutung und Flexibilität.
4. „Lauf nicht in der Kälte“
Kälte verursacht keine Erkältung – Viren breiten sich indoor leichter aus. Regelmäßiges Training stärkt das Immunsystem. Laufen in der Kälte bekämpft Winterdepressionen und verbrennt extra Kalorien.

5. „Ohne Fleiß kein Preis“
Der Spruch motiviert, doch Top-Ausdauersportler trainieren über 80 % der Zeit im grünen, niedrig-intensiven Bereich. Gehen Sie bei Bedarf langsamer: „Wenn wir an den meisten Tagen langsamer laufen, haben wir Energie für einige Tage hartes Training – Leistung steigt nachhaltig“, sagt Sportphysiologe Dr. Stephen Seiler.
Letztes Wort
Laufen hält fit, hilft beim Abnehmen, vorbeugen von Krankheiten und boostet die Psyche. Halten Sie es einfach: gesunde Ernährung, Erholung und smarte Methoden für Motivation und Verletzungsfreiheit. Jetzt loslegen!
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