Bei Ernährungstrends wird Altes oft neu entdeckt. Beweis: Eine vor über einem Jahrhundert entwickelte Diät landete während der Pandemie an der Spitze der Google-Suchen nach Ernährungsplänen.
Diätetiker suchten in der COVID-19-Zeit scheinbar Trost im Bewährten statt in kurzlebigen Hypes – die einst virale „Taco-Diät“ schaffte es knapp nicht auf die Liste.
Funktionieren diese Top-Diäten wirklich und machen sie gesünder? Teilweise ja. Die fünf meistgesuchten Diäten 2020 bieten wissenschaftlich belegte Vorteile, bergen aber auch Risiken. Was für andere ideal ist, passt nicht immer zu Ihnen – aufgrund Ihrer Gesundheitsvorgeschichte. Sprechen Sie immer vorab mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine Diät starten oder Ernährungsgewohnheiten stark ändern.
Hier ein Überblick über die meistgesuchten Diäten.
Keto-Diät
Ein Plan mit Fokus auf Fleisch, Eiern und Käse? Ja, das ist real und extrem populär – wie die Menüideen vermuten lassen.
Die Keto-Diät priorisiert fettreiche Lebensmittel statt protein- oder kohlenhydratreicher. Sie ist hoch effektiv zur Gewichtsreduktion.
So wirkt sie: Der Körper wechselt normalerweise auf Glukose aus Kohlenhydraten um. Keto blockiert diese Quelle und versetzt in die Ketose – Fett wird als Energie verbrannt. Das boostet den Stoffwechsel, senkt Blutzucker und reduziert Herzrisiken.
Ideal bei BMI > 30 (Adipositas), zur Gewichtsabnahme oder gegen Typ-2-Diabetes und Epilepsie. (Ursprünglich entstand Keto als Epilepsie-Therapie vor einem Jahrhundert.)
Achtung: Der Einstieg ist hart – mit „Keto-Grippe“ und „Keto-Atem“ als Nebenwirkungen. Mediziner bewerten sie kontrovers. Hören Sie Experten für funktionelle Medizin.
Intervallfasten
Wie oft muss man essen? Intermittierendes Fasten (IF) testet das.
IF schafft Essensfenster mit Reduktion oder Pause. Beliebt: 5:2-Methode (5 Tage normal, 2 Tage kalorienarm).
Weitere Varianten:
- Alternierendes Fasten: Wechsel zwischen Ess- und Fastentagen.
- Zeitbeschränktes Essen, z. B. 16:8 (essen 11–19 Uhr, sonst fasten).
- 24-Stunden-Fasten: Ganzer Tag ohne Essen.
Fasten hat antike Wurzeln mit Vorteilen und Risiken. Ein Kardiologe erklärt Auswirkungen auf Herz und Blutdruck.
Paleo-Diät
Bereit, wie vor 2,5 Millionen Jahren zu essen? Paleo orientiert sich an Jäger-Sammler-Kost: Mageres Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Nüsse.
Ausgeschlossen: Landwirtschaftsprodukte wie Milch, Vollkorn, Hülsenfrüchte.
Pro: Gewichtsverlust, niedrigerer Blutdruck, weniger Hunger. Contra: Wenig Ballaststoffe, hohe Kosten und begrenzte Verfügbarkeit.
DASH-Diät
DASH steht nicht für „schnelles Essen“, sondern Dietary Approaches to Stop Hypertension. Ziel: Bluthochdruck senken.
Mehr kaliumreiches, herzgesundes Essen, weniger natriumreiches. Effekte oft in Wochen spürbar.
Flexibel: Keine Spezial-Lebensmittel, kein Hungern oder Verzicht auf Genuss. Fast die Hälfte US-Erwachsener hat Hypertonie (CDC-Daten). Entwickelt in den 1990ern.
Atkins-Diät
Wie Keto kohlenhydratarm, aber proteinfreundlicher. Beide pushen Fettverbrennung.
Vier Phasen: Streng am Start, lockerer später.
Pro: Gewichtsverlust, Blutzuckerkontrolle. Contra: Verarbeitetes Fleisch (Herzrisiko), zu wenig Obst/Gemüse.
Seit den 1970ern, später angepasst.