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Tendinitis oder Tendinose? Der entscheidende Unterschied bei Sehnenproblemen und bewährte Behandlungen

Mitwirkende: Dominic King, DO und Jason Genin, DO

Ob am Ellbogen, in der Schulter, Hüfte, Knie oder Knöchel: Eine schmerzende Sehne ist eine häufige und lästige Beschwerde, die nahezu jeden treffen kann. Viele kennen die Sehnenentzündung (Tendinitis), doch was ist mit Tendinose?

Dieser Zustand ist in unserer Praxis alltäglich, doch die meisten Patienten verstehen den Unterschied nicht.

Der wichtige Unterschied

Schmerzen durch Sehnenprobleme können schleichend entstehen oder plötzlich auftreten.

Tendinitis ist eine akute Entzündung mit Schwellung, aber ohne mikroskopische Sehnenschäden. Der Hauptfaktor: Entzündung.

Tendinose hingegen bedeutet chronische Degeneration mit desorganisierten, verdickten, vernarbten Fasern – gummiartig und hart. Ursache: Abnutzung.

Die Unterscheidung ist entscheidend, da Behandlungen unterschiedlich ausfallen. Eine einfache Ultraschalluntersuchung in der Praxis klärt dies: Sie zeigt Schwellung bei Tendinitis oder degenerative Veränderungen bei Tendinose.

Häufige Stellen für Sehnenprobleme

Tendinitis und Tendinose treten vor allem hier auf:

  • Strecksehne außen am Ellbogen – der klassische Tennisarm
  • Rotatorenmanschette der Schulter
  • Patellasehne am Knie
  • Gesäßsehnen außen an der Hüfte
  • Achillessehne an der Ferse

Behandlung: Angepasst an die Ursache

Therapie zielt auf Entzündung oder Degeneration ab.

Bei Tendinitis (Sehnenentzündung):

  • Ruhe einlegen, auslösende Bewegungen vermeiden
  • Kurze Einnahme von Ibuprofen oder Naproxen
  • Bandagen wie Tennisarmband oder spezielle Gurte für Patella/Achilles

Geben Sie 4–6 Wochen für diese Maßnahmen. Bei anhaltendem Schmerz: Ultraschall prüfen lassen. Bei bestätigter Tendinitis hilft oft eine Kortison-Injektion plus Physiotherapie für rasche Besserung.

Bei Tendinose (Sehnendegeneration):

  • Physiotherapie mit Dehnung und Muskelaufbau
  • Bei Bedarf PRP-Injektion aus eigenem Blut zur Heilungsstimulation

Wenn nichts hilft: Minimalinvasive Tenotomie

Bei Therapieresistenz über 3 Monate empfehlen wir perkutane Ultraschall-Tenotomie – FDA-zugelassen und praxisnah.

Eine vibrierende Sonde (20.000 U/min) entfernt gezielt defektes Gewebe, schont gesunde Sehne.

Ablauf:

  • Lokalanästhesie injizieren
  • Kleiner Einstich (Größe eines Mauspfeils)
  • 1–2 Min. Sonde bei 20-minütigem Eingriff, nur Druck spürbar
  • Verband, keine Nähte

Schmerzlinderung an der Wurzel, oft versichert, Rückkehr zu Aktivitäten nach 5–6 Wochen.