Stellen Sie sich vor: Die 6. Geburtstagsparty Ihrer Nichte, Donuts in der Morgenbesprechung oder eine doppelte Portion Lieblings-Makkaroni nach einem stressigen Tag. Das Leben bietet unzählige Gelegenheiten zum Überessen. Einmalig ist das harmlos – doch wenn es zur Gewohnheit wird, gefährdet es Ihre Gesundheit.
Als erfahrene Psychologin und Spezialistin für Essverhalten, Dr. Susan Albers, PsyD, betont: Den Kreislauf des übermäßigen Essens zu durchbrechen, erfordert Fokus und Engagement, lohnt sich aber enorm für Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität.
„Viele fühlen sich in ihrem Körper unwohl, haben weniger Energie, stressen sich wegen Gewichtszunahme und meiden Aktivitäten mit anderen“, erklärt Dr. Albers aus ihrer langjährigen Praxis.
Warum essen Sie zu viel?
Aus Sicht von Dr. Albers lösen Stress, negative Gedanken, Depressionen oder der Duft Ihres Lieblingsessens häufig gedankenloses Überessen aus. Der Kern: Sie verlieren den Kontakt zu Ihrem Körper.
Können Sie den Kreislauf durchbrechen?
Ja, in den meisten Fällen, versichert Dr. Albers. Der Schlüssel liegt in Achtsamkeit: Beobachten Sie, was Sie essen und wie es sich anfühlt. Ergänzen Sie durch bewusste Veränderungen wie Essen am Tisch statt vor dem Fernseher und langsames Kauen.
„Alte Gewohnheiten aufzugeben, fühlt sich wie ein inneres Tauziehen an. Neue zu etablieren, macht den Wandel leichter“, sagt die Expertin. Diese fünf Gewohnheiten helfen nachweislich:
- Setzen Sie sich zum Essen. Stehen oder Herumlaufen fördert Ablenkung und Übersehen der Menge.
- Kein Multitasking. Essen Sie nicht arbeitend am Schreibtisch.
- Genießen Sie bewusst. Wahrnehmen Sie Geschmack, Textur und Aroma – essen Sie aus Genuss oder Gewohnheit?
- Nehmen Sie sich Zeit. Kauen Sie langsam, legen Sie die Gabel ab. Das reduziert Überessen.
- Checken Sie Ihren Hunger. Fragen Sie mehrmals: Bin ich noch hungrig? So erkennen Sie Sättigung.
Schlaf und ausreichend Flüssigkeit unterstützen zusätzlich die Hungerkontrolle.
Ein Rückfall – und jetzt?
Ein Ausrutscher zerstört keinen Fortschritt. Seien Sie nachsichtig: „Strenge gegenüber sich selbst führt zu schlechtem Befinden und Komfortessen. Vergeben Sie und starten Sie neu“, rät Dr. Albers.
Analysieren Sie Auslöser, bleiben Sie bei Achtsamkeit gegenüber Hunger und Sättigung. Bei anhaltenden Problemen: Suchen Sie Ihren Arzt oder Psychologen auf – ein medizinisches Problem könnte vorliegen.