Stößt du bei der Arbeit an eine Produktivitätsgrenze? Steh auf und geh spazieren – das regt nicht nur deinen Körper an, sondern auch deine Kreativität. Wissenschaftlich bewiesen: Denken in Bewegung tut Gehirn und Körper gut. Nimm einen Kollegen oder bewunderten Freund mit und finde gemeinsam Lösungen für Karriereherausforderungen. Genau das ist die Idee hinter Mentor Walks, einem Programm, das im Oktober 2016 in Australien startete.
FINDEN SIE EINEN MENTOR, MACHEN SIE EINEN SPAZIERGANG
Nach der Teilnahme an der Ernst & Young-Konferenz „Entrepreneurial Winning Women“ in Shanghai im Mai trafen sich die Sydneyer Unternehmerinnen Adina Jacobs und Bobbi Mahlab erstmals. Inspiriert von Rednerin Michelle Garnaut, einer erfolgreichen Gastronomin, schlossen sie sich einem einstündigen Mentor-Spaziergang an.
Garnaut hatte Mentor Walks vier Jahre zuvor in Peking lanciert und leitete auf der Konferenz eine Session mit 50 Mentees und 15 Mentoren. Jacobs und Mahlab waren begeistert, holten Garnauts Segen ein und brachten das Konzept nach Sydney.
Bis Dezember 2016 fanden bereits zwei Events statt, die Teilnehmerinnen aus Kunst, Regierung, Dienstleistungen, Wissenschaft, Marketing, Medien, Akademie, Unternehmertum, Gesundheit und Fitness anzogen. Ab Februar 2017 plant man 10 monatliche Veranstaltungen – zunächst nur für Frauen, mit Ausbau nach Brisbane, Melbourne und Wagga.
MyFitnessPal sprach mit Adina Jacobs, 42, Mutter von drei Kindern, über dieses motivierende Format für Karriereschritte im neuen Jahr.

MyFitnessPal: Was faszinierte Sie am Mentor Walk in Shanghai?
Adina Jacobs: Die Energie unter Frauen, die Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Es war magisch! Die Idee und neuen Kontakte begeisterten mich – in Sydney fehlte so etwas.
MFP: Wie kam die Partnerschaft mit Bobbi zustande?
AJ: Nach dem Spaziergang in Shanghai planten wir, es nach Hause zu bringen. Wir fragten Michelle nach Schritten – sie unterstützte uns und verband uns mit starken Frauen in Sydney.
MFP: War der Start schwierig?
AJ: Im Juni starteten wir direkt nach China. Michelle stellte Kontakte vor, wir nutzten Netzwerke und erstellten eine Pressemitteilung. Top-Frauen stiegen schnell ein. Für die ersten Walks limitierten wir auf 15 Mentoren und 45 Mentees, um es perfekt zu gestalten. Über Facebook warben wir – über 100 Bewerbungen pro 45 Plätze. Jede Mentees bringt eine Kernfrage mit.

MFP: Unterschiede zu China?
AJ: In Shanghai war es locker: Am Ort wählt man Mentoren spontan, 2–4 Mentees pro Gruppe. In Australien matchen wir vorab basierend auf Branche, Lernzielen und Herausforderungen – am Sydney Opera House. Mentoren verpflichten sich nicht monatlich, daher hohe Qualität.
MFP: Wirken Superstar-Mentoren einschüchternd?
AJ: Die Großzügigkeit überwindet Barrieren sofort. Gehen auf Augenhöhe entspannt – kein Networking-Stress, direkt ins Gespräch.
MFP: Warum Spaziergang statt Kaffee?
AJ: Frische Luft zum Tagstart, inspirierende Umgebung. Ohne Notizen bist du aufmerksamer, merkst dir mehr – vertieft Beziehungen. Seite an Seite fühlt sich natürlicher an.

MFP: Wie weit gehen Sie?
AJ: Je nach Gruppe: Um Opera House oder Botanischer Garten. 2–3 Meilen in 60 Minuten (7:30–8:30 Uhr), alle pünktlich im Büro.
MFP: Offen für Varianten wie Wandern oder Radeln?
AJ: Noch früh, aber definitiv offen.
MFP: Reaktionen?
AJ: Fantastisch! Gruppen trafen sich weiter, Kontakte zu Top-Leuten entstanden.