Movember ist eine globale Kampagne zur Förderung der Männergesundheit. Jährlich im November lassen Männer sich den Schnurrbart wachsen, um Spenden für die Erforschung und Prävention von Prostatakrebs sowie weiteren männlichen Erkrankungen zu sammeln. Die Movember Foundation organisiert die Aktion in 21 Ländern und leitet die Mittel an nationale Forschungseinrichtungen weiter. Im Sinne dieser Initiative teilen wir als Experten für Dermatologie und Haarwissenschaften fundierte Erkenntnisse zu Haarwuchs und Haarausfall.

Koffein und Testosteron: Die Klinik für Dermatologie der Universität zu Lübeck hat den Einfluss von Koffein und Testosteron auf das Haarwachstum untersucht. Das Hormon Testosteron – insbesondere sein Derivat 5α-Dihydrotestosteron – gilt als Hauptursache für Haarausfall. Die Studie belegt jedoch, dass Koffein die Haarfollikel stimuliert, ihr Wachstum fördert und die Wachstumsphase verlängert.
Ingwer: Kein Wundermittel? Forscher der Southern Medical University in Guangzhou, China, unter Leitung von Y. Miao prüfeten den Wirkstoff 6-Gingerol aus Ingwer. In vitro an menschlichen dermalen Papillenzellen und an Mäusen zeigten die Experimente: 6-Gingerol hemmt nicht nur die Zellvermehrung, sondern unterdrückt auch das Haarfollikelwachstum.
Die drei Lebensphasen der Haare: Haarveränderungen entstehen durch hormonelle, genetische, ernährungsbedingte oder pflegerische Faktoren. Typischerweise treten sie in drei Phasen auf: Pubertät, Menopause und zwischen 65 und 70 Jahren. In diesen Perioden dünnt sich das Haar oft aus oder verändert seine Struktur.
Wie viel Haarausfall ist normal? Täglich verlieren wir natürlicherweise Haare. Die gängige Grenze liegt bei etwa 100 Strähnen pro Tag – darüber hinaus lohnt eine Untersuchung.
Zupfen als Ausfallremedium? In einer Studie entfernten Wissenschaftler bis zu 200 Haare von einem 5-mm-Kreis auf dem Rücken von Mäusen – mal mehr, mal weniger. Erstaunlich: An dieser Stelle sprossen 450 bis 1.300 neue Haare nach.
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